#immeronline

Auszug aus dem Protokoll

Der Tag beginnt mit dem Klingeln des Handy-Weckers. Während des Frühstücks werden diverse Online-Medien konsultiert, um über aktuelle Geschehnisse im Bilde zu sein. Angekommen an der Universität, werden alle Vorlesungsunterlagen online im Internet abgerufen. Während der Vorlesung werden ständig soziale Netzwerke verwendet und Nachrichten verschickt. Zur Mittagspause werden Videoportale wie YouTube genutzt, um sich zu amüsieren. Am Nachmittag und am Abend ist das Mobiltelefon ebenfalls ständiger Begleiter.

Diskussion und Reflexion

Durch die häufige Nutzung sozialer Netzwerke wird ermöglicht, die Geschehnisse der Welt praktisch in Echtzeit mitzubekommen. Steht beispielsweise eine wichtige Entscheidung im Parlament bevor, wird uns ermöglicht, die Resultate sofort mitzukriegen. Obwohl wir physisch im Raum nicht anwesend sind, sind wir digital vor Ort. Durch neue Möglichkeiten der Nachrichtenübermittlung wie Whatsapp, wird uns ein virtueller Ort für Kommunikation erschaffen. Es ist nicht mehr notwendig sich in einem Kaffee zu treffen, um Informationen auszutauschen. Bei einer Recherche von geeigneter Literatur zu einer Seminararbeit, ergibt sich die Möglichkeit, geeignete wissenschaftliche Artikel in einer Online-Datenbank zu finden. Dabei erübrigt sich der Besuch einer Bibliothek. Der Besuch eines Kinos verliert zunehmend an Bedeutung. Heutzutage stehen den Konsumenten sämtliche Kinofilme bereits im virtuellen Raum zur Verfügung. Dabei können solche Filme zu jederzeit und an jedem Ort konsumiert werden. Bei einer Benutzung der Navigationsdienste auf dem eigenen Mobiltelefon, werden sämtliche aufgesuchten Orte in einer Datenbank gespeichert. So besteht das Risiko einer permanenten Überwachung durch den Anbieter dieser Dienstleistung.

Durch die fortschreitende Digitalisierung unserer Lebenswelt, wird auch unser Gefühl von Raum und Zeit verändert. Dies wurde bereits im oberen Abschnitt anhand von diversen Beispielen deutlich gemacht. Die gesamte Welt kann heute auf eine 12 Zoll Display geschrumpft werden. Es wird dadurch möglich innert Sekunden, an jeden nur erdenklichen Ort der Welt virtuell zu reisen. Die Bedeutung der Zeit wird zunehmend belangloser. Bei einem Informationsaustausch zwischen zwei Leuten, bedarf es keine Terminvereinbarung zu einem Gespräch. Die beiden Personen kommunizieren durch digitale Geräte, egal zu welcher Zeit und an welchem Ort. Nach unserer Meinung ergeben sich aus dieser digitalen Transformation einige Vor- aber auch Nachteile. Die Verfügbarkeit von Informationen und Wissen war noch nie so gross. Sobald der Zugang zur digitalen Welt gewährleistet ist, bestehen die gleichen Möglichkeiten für alle, an Wissen oder Informationen zu gelangen. Wissen ist in diesem Sinne nicht mehr etwas Elitäres. Im Gegensatz dazu, steht die Vermittlung von Kulturen. Sachinformationen können leicht virtuell verbreitet werden und jeder versteht das Gleiche darunter. Hingegen sind Emotionen, Werte und Ausdrücke immer mit dem Körper des Menschen verbunden. Diese können dadurch nur schwer digital übermittelt werden. Sicher besteht die Möglichkeit Rituale und Emotionen durch Videos darzustellen. Jedoch fehlen dann wichtige und nicht zu vernachlässigende Faktoren, beispielsweise Gerüche, Atmosphären und Beziehungen. Als letzter kritischer Punkt muss die Privatsphäre angesprochen werden. Durch das Hinterlassen digitaler Spuren, werden Informationen generiert, die ohne Zustimmung und Einverständnis weiterverwendet werden.

Die Digitalisierung ist ein komplexes Themengebiet. Je nach Blickwinkel der Argumentation ergeben sich sowohl positive als auch negative Aspekte. Dabei ergibt sich die Frage wie damit umgegangen wird.

Autoren: Elias Lenherr und Sandro Thom

Liebe kennt keine Grenzen

Der im Jahr 2009 erschienene Film «AVATAR – Aufbruch nach Pandora», von James Cameron, handelt von einem querschnittsgelähmten Marine, der auf eine einzigartige Mission auf den Planeten Pandora geschickt wurde. In all seinen Handlungen ist der Marine Jake hin und her gerissen, zwischen der Befolgung seiner Befehle und dem Schutz derjenigen Welt, die er für seine Heimat hält.

Die hier in diesem Blog ausgewählte Filmszene spielt sich am Ende des Filmes ab. In dieser Szene kommen ausschliesslich die beiden Hauptpersonen Jake Sully und Neytiri vor. Jake ist ein querschnittgelähmter Marine, der ausgewählt wurde, durch eine Kapsel mit Hilfe eines künstlich hergestellten Körpers (Avatare) Kontakt mit den Ureinwohnern aufzunehmen. Neytiri ist eine Ureinwohnerin von Pandora. Sie trifft während des Filmes auf Jake und versteht sich immer besser mit ihm und die beiden verlieben sich nach und nach ineinander.

Nach einer Auseinandersetzung zwischen den Menschen der Erde und den Einwohnern von Pandora, versucht Neytiri Jake zu retten. Die beiden haben während des Filmes eine innige Beziehung aufgebaut, obwohl sie nicht von derselben Rasse stammen. Ursprung dieser Schlüsselszene bildet der Mordversuch von Neytiri gegen Jake, jedoch entschied sie sich gegen den Tod von ihrem Geliebten. Nach der Schlacht wurde Jake jedoch aus seiner Kapsel gerissen und er wurde ohnmächtig, weil Menschen auf dem Planeten Pandora nicht atmen können. Neytiri spürte jedoch die Verbindung zwischen ihr und Jake. Deshalb rettete sie Jake mit einer Sauerstoffmaske. Nachdem Jake wieder bei Bewusstsein war, sahen sich die beiden in die Augen und sagten «I see you!» (Deutsch: «Ich sehe dich!»).

avatar
Abbildung 1: Screenshot “Neytiri finally meets Human Jake Sully” (Quelle: YouTube)

Grundsätzlich verachten die Ureinwohner von Pandora die Menschen der Erde. Dies würde auch bedeuten, dass Neytiri keine Beziehung zum Charakter Jake aufbauen könnte. Die ausgewählte Szene zeigt jedoch, dass sich Neytiri in den Charakter von Jake verliebt hat. Durch diese Handlung könnte aufgezeigt werden, dass eine Vermischung von Kulturen durchaus akzeptiert werden kann. Denn wenn sich zwei Menschen lieben, sollten Herkunft und Aussehen keine Grenzen für die Liebe sein. Diese Sichtweise wird unserer Meinung nach durch einen weiteren entscheidenden Punkt untermauert. Als Jake wieder bei Bewusstsein ist, schauen sich die beiden lediglich in die Augen. Neytiri konzentriert sich keineswegs auf den Körper von Jake. Das bedeutet, dass die Liebe zum Charakter von Jake überwiegt.

Die drei einzigen Wörter, die sich die beiden zu sagen haben, sind «I see you». Dies ist in der Sprache der Ureinwohner von Pandora ein neutraler Gruss, um jemanden ein positives Gefühl über das Treffen auszusprechen. Für Jake bedeuten diese Worte jedoch, dass er sie auch ohne künstlichen Körper sehen kann. Die gleichen Worte mit unterschiedlichen Bedeutungen, weisen darauf hin, dass alle Lebewesen in irgendeiner Art miteinander verbunden sind.

Damit wird ersichtlich, dass auch nur aus einem kurzen Filmausschnitt von einem 170 minütigen Hollywood Film wichtige Kernbotschaften interpretiert werden können.

Quellenverzeichnis

Dey Arunava (2010): Best Scene from Avatar – Neytiri finally meets Human Jake Sully HD, [Online] https://www.youtube.com/watch?v=J-X0HPtQjlM&feature=youtu.be [20.11.2018].

Autoren: Sandro Thom und Elias Lenherr

Über die Grenze für ein gutes Leben- eine Rezension

Der Artikel «Black Barrio on the Border: “Blaxicans” of Ciudad Juárez, Mexico» wurde von den Autoren Howard Campbell und Michael Williams verfasst. Dr. Howard Campbell ist Professor für Anthropologie an der Universität von Texas in El Paso (UTEP, 2018). Dr. Michael Williams arbeitet an der gleichen Universität. Er ist Professor für Geschichte und Direktor des African American Studies Program (UTEP, 2018).

Der Artikel geht auf die afroamerikanische Bevölkerung im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko im 20. Jh. ein. Die Hauptperson, Jerome Brown war der einzige afroamerikanische Soldat in seiner Einheit der US Air Force. Er ist in Fort Bliss stationiert. In El Paso der 60er Jahre ist der Rassismus sehr stark verbreitet. Aufgrund dieser Ideologie entschied er sich, wie einige andere seiner Bevölkerungsgruppe ein neues Leben in Ciudad Juárez aufzubauen. In Mexiko waren die sogenannten «Blaxicans», wie sie sich nannten, weniger von Rassismus betroffen. Sie waren im Verhältnis zu der mexikanischen Bevölkerung reich, da sie noch in den USA arbeiteten konnten. So entstanden in Ciudad Juárez eigene Stadteile der «Blaxicans». Da Mischehen erlaubt waren und in Ciudad Juárez weniger Rassismus herrschte, vermischten sich die Kulturen immer mehr und es entstand in den 60er und 70er Jahren ein kleines Paradies für die afroamerikanische Bevölkerung in Ciudad Juárez. Allerdings verlor Ciudad Juárez im späten 20. Jahrhundert an Attraktivität, da die Gleichstellung der Rassen in den USA immer besser wurde, nach 9/11 die Grenzkontrollen verschärft wurden und die Drogengewalt in den Grenzgebieten zunahm.

Der Artikel zeigt unserer Meinung nach sehr gut auf, wie die Machtverhältnisse in den Grenzgebieten zwischen den verschiedenen Ethnien aufgeteilt sind. Sowohl im Süden der USA als auch in Mexiko stellen die Afroamerikaner die Minderheit dar. Während dem sie in der USA unterdrückt werden, stellen sie in Mexiko so etwas wie die «Oberschicht» in der Bevölkerung dar.

Kritisch zu sehen sind die genutzte Erhebungsmethoden. Es wurden Langzeitbeobachtungen und Interviews mit Afroamerikanern, die in Ciudad Juárez gelebt haben, durchgeführt. Dies macht die Beschreibung authentisch, allerdings wäre eine Befragung der anderen Bevölkerungsgruppen angebracht gewesen, um ein Gesamtbild zu erhalten. So wird das ganze unserer Meinung nach zu positiv und einseitig dargestellt. Ebenfalls kritisch zu sehen ist der Untersuchungsraum. Die ganze Untersuchung wurde nur an einem Ort durchgeführt. Daher ist es fraglich ob dieses Phänomen für den gesamten Grenzraum der USA und Mexiko gelten kann.

Der Text geht ausgiebig auf die Vermischung der Kulturen ein. So lernen die Afroamerikaner Spanisch und bringen ihrerseits ihre Kultur in die Grenzregion (Campbell & Williams, 2018). Genau diese Vermischung der Kulturen wurde bereits im Artikel von Boeckler (2012) beschrieben.

Der Artikel zeigt auf, wie vielfältig und auch kompliziert das Leben in den Borderlands sein kann. Er deckt die Hauptursachen und Faktoren der Afroamerikaner auf, warum sie ein Leben in Ciudad Juárez gewählt haben. Zudem schliesst er eine wichtige Forschungslücke, da sich die bisherige Forschung vor allem mit dem Verhältnis der Angloamerikaner/innen und den Mexikaner/innen beschäftigte. Allerdings blickt der Text lediglich zurück und geht gar nicht auf den jetzigen Zustand der afroamerikanischen Bevölkerung in Ciudad Juárez ein.

Literatur

Boeckler, M. (2012). Borderlands. In: Marquardt, Nadine, Verena Schreiber (Hg.).          Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart. Bielefeld. 44-49.

Howard, C. & Williams, M. (2018). Black Barrio on the Border: “Blaxicans” of Ciudad Juárez, Mexico. Journal of Borderlands Studies. 1-15

UTEP. (2018). Sociology and Anthropology. https://www.utep.edu/liberalarts/sociology-and-anthropology/people/howard-campbell.html, (Zugriff am 06.11.2018).

UTEP. (2018). History. https://www.utep.edu/liberalarts/history/people/michael-williams.html, (Zugriff am 06.11.2018)

Autoren: Elias Lenherr und Sandro Thom

 

Pegida – Rechtspopulismus am Beispiel Deutschlands

Die Bewegung der patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes – kurz Pegida – ist eine islam- und fremdenfeindliche Vereinigung (Vorländer, Herold & Schäller, 2015). Diese Widerstandsbewegung macht seit 2014 vor allem mit Demonstrationen auf sich aufmerksam.

Pegida setzt sich zum einen dafür ein, dass Kriegsflüchtende aufgenommen und menschengerecht untergebracht werden. Weiter verfolgen sie die Idee, die Mittel der Polizei zu stärken, die Gesetzte strikt umzusetzen und Waffenexporte an verbotene Organisationen zu verhindern. Abschliessend ist Pegida für eine christlich-jüdisch geprägte Abendlandkultur und gegen Parallelgesellschaften. Damit wird sehr gut veranschaulicht, dass diese Widerstandsbewegung ihre Position auf verschiedenen Ebenen vertritt. Sie stellen zum einen Anforderungen an den Staat zum anderen an die Gesellschaft, sowohl auf kultureller als auch sozialer Ebene.

Pegida sieht sich als politische Bewegung, die aktuelle politische und gesellschaftliche Probleme unserer Zeit aufgreift, um gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen finden und umsetzen zu können (Pegida Förderverein, 2014). Ihre Hauptaktivitäten sind vor allem Demonstrationszüge, die meist in drei Teilen gegliedert sind. Zu Beginn findet eine stationäre Auftaktkundgebung statt, gefolgt von einem Demonstrationszug, einem sogenannten “Abendspaziergang”. Der Abschluss bildet eine stationäre Abschlusskundgebung, bei welcher am Ende ein Feuerzeug in den Abendhimmel gehoben wird, um den Politikern ein “Licht aufgehen zu lassen” (Vorländer, Herold & Schäller, 2015).

Pegida-Karten
Abbildung: Teilnehmer eines Abendspazierganges (dpa, 2016)

Damit das Volk ihre Identität schützen und erhalten kann, muss der Staat grundlegend reformiert werden. Die gesamten Asylströme können nur durch ein Zuwanderungsgesetz und Grenzkontrollen geregelt werden. Damit das Asylwesen effizient gestaltet werden kann, ist gemäss Pegida eine Aufstockung des Personals unumgänglich. Ebenso sollten auf Bundesebene Volksentscheidungen eingeführt werden, damit ein zweites Standbein der Demokratie neben dem Parteiensystem vorhanden ist.

Einerseits kann Pegida als eine lokale Widerstandsbewegung innerhalb Deutschlands angesehen werden, welche bis jetzt vor allem in Dresden grosse Medienaufmerksamkeit erhielt. Allerdings ist diese Idee eines starken und unabhängigen Nationalstaates kein rein deutsches Phänomen. In vielen europäischen Ländern sind rechtsgerichtete, populistische Bewegung auf dem Vormarsch. Ein Beispiel hierfür wäre der “Front National” in Frankreich, der bei den letzten Wahlen grosse Erfolge verbuchen konnte. Diese neue rechte Welle kann auch ausserhalb von Europa beobachtet werden. Das momentan berühmteste Beispiel ist die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 2016. All die genannten Beispiele haben folgendes gemeinsam; sie liefern Antworten auf die aktuell negativen Folgen der fortschreitenden Globalisierung der Welt. Wie zum Beispiel zunehmende Flüchtlingsströme oder Verschiebung der Industriearbeitsplätze in Niedriglohnländer. Als Hauptargument zur Lösung dieser Probleme wird ein starker, unabhängiger Nationalstaat ins Feld geführt. Dies verfolgt Pegida im Fall von Deutschland.

Die Grundidee, die Pegida verfolgt, macht durchaus Sinn. Jedoch beschränken sie sich lediglich bis zu der Grenze Deutschlands. Dabei lassen sie bei ihren Lösungen internationale Einflüsse ausser Acht. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Argumentation in ihrem Organisationsprogramm. Einerseits treten sie für eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtenden ein, anderseits stellen sie die Forderung einer zentralen Unterbringung in geschlossenen Auffanglager (Pegida Förderverein, 2014).

Gegenüber der Öffentlichkeit tritt die Widerstandsbewegung Pegida sehr moderat auf. Bei genauerem Lesen des Programms und Beobachten ihrer Aktivitäten erkennt man allerdings rasch eine extremistische, fremdenfeindliche Bewegung.

Literatur

PEGIDA Förderverein e.V., http://www.pegida.de/, (Zugriff am 20.10.2018).

Vorländer, H., Herold, M., & Schäller, S. (2015). PEGIDA: Entwicklung, Zusammensetzung und Deutung einer Empörungsbewegung. Springer-Verlag.

Vorländer, H., Herold, M., & Schäller, S. (2015). Wer geht zu PEGIDA und warum. Eine empirische Untersuchung von PEGIDA-Demonstranten in Dresden. Dresden.

Abbildungen

Deutsche Presse-Agentur (2016), https://www.berliner-zeitung.de/wissen/wissenschaftsnacht-wie-pegida-und-andere-rechtspopulisten-kommunizieren-24147628, (Zugriff am 20.10.2018).

Autoren: Sandro Thom und Elias Lenherr