Digitale Globalisierung

Im Zentrum unseres digitalen Alltags steht das Mobiltelefon. Mittlerweile ist das Smartphone so verbreitet, dass fast jeder Alltag mit dem Handy verwaltet wird. Kalender-Apps mit integrierter Notification-Funktion oder Kommunikations-Apps wie Whatsapp haben den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt verändert. Das Smartphone verbindet etliche Funktionen in einem Gerät, sogar der Wecker wird durch das Handy ersetzt. Neben den vielen Organisationsmöglichkeiten, die das Smartphone bietet, gibt es auch unzählige Unterhaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise öffnen wir am Morgen sehr oft Unterhaltungs-Apps wie 9gag oder Youtube, oder lesen Zeitungsartikel online im Bund oder auf 20 Minuten. Solche Apps verfügen über eine Comment-Sektion, welche erlaubt, mit Menschen in der ganzen Welt zu kommunizieren. Nicht nur Unterhaltung, sondern auch E-Mail-Apps oder Social Media Programme eröffnen uns einen neuen Raum, in der physische Distanz keine Rolle mehr spielt. Es entsteht ein neuer digital vernetzter Raum, der den ganzen Globus umfasst. Die Globalität wird nicht durch das Smartphone gemacht, sondern durch die vielen Apps und Programme, auf die man zugreifen kann. Das Smartphone ist also unser Portal zur globalen Welt. Trotz der kleinen Erscheinungsform eröffnet es uns einen riesigen digitalen Raum.

Unser Tages-Protokoll hat gezeigt, dass aber nicht nur das Smartphone diesen Zugang zum globalen Raum eröffnet. Oft starten wird nach Feierabend den PC und vergnügen uns mit Computerspielen. Dabei ist man entgegen der Vorurteile meist gar nicht isoliert. Im Gegenteil, Games wie zum Beispiel League of Legends spielt man online. Entweder man spielt mit Freunden oder man wird zufällig mit anderen Spielern aus der ganzen Welt zusammengewürfelt. Die integrierte Chat- oder Voice-Chat-Funktion ermöglicht es mit anderen Spieler/innen zu kommunizieren und es können dadurch sogar neue Freundschaften entstehen. League of Legends ist eines der bekanntesten Video-Spiele der Welt. Tausende verfolgen über Streaming Portale wie Twitch die jährliche Weltmeisterschaft. Mittlerweile gibt es auch viele Diskussionsforen, wo sich Spieler/innen austauschen können. Auch hier betreten wir also eine neue global vernetzte Welt.
Innerhalb vieler Online-Computerspiele gibt es Clans und Gruppierungen. Die Aufnahme in solche Clans findet meist durch Kategorien innerhalb des Spiels statt. So gibt es beispielsweise ein Ranking System, mit welcher diese Clans ihre Mitglieder auswählen. Für die Aufnahme in einen Clan mit «guten» Spieler/innen muss man also selber einen gewissen Platz in diesem Ranking erreichen. Durch diese Hierarchisierung entstehen also Räume, die nicht für alle zugänglich sind.
Es entsteht ein neuer virtueller Raum in dem sich die Spieler/innen beweisen können. Die Anerkennung und der Erfolg, der hier zu holen ist, steht allerdings globaler Konkurrenz gegenüber.

Durch die Erfindung des Internets als Grundbaustein all dieser Innovationen entsteht eine digitale Globalisierung. Es wird ein Raum geschaffen, in der physische Distanz überhaupt nicht mehr zurückgelegt werden muss. Und genau dieser virtuelle Raum beeinflusst fast alle Menschen auf der Welt. Dadurch entstehen neue Machtverhältnisse. Denn wer Macht über gewisse Teilbereiche des digitalen Raumes hat, hat auch Macht über die Nutzer/innen dieser Bereiche. Mit dem Bedeutungszuwachs des Smartphones im Alltag, wird diese Machtbeziehung nur deutlicher.

Les Intouchables

Der französische Film «Les Intouchables» wurde im Jahr 2011 veröffentlicht. Die Regie führten Olivier Nakache und Éric Toledano. Im Film geht es um die Freundschaft zwischen einem reichen, querschnittsgelähmten Geschäftsführer namens Phillipe und seinem senegalesischen Pfleger Driss. Am Anfang des Filmes sucht der gelähmte Philippe einen neuen Pfleger. Dabei stellt er den arbeitslosen und vorbestraften Driss ein, der den Job eigentlich gar nicht will. Im Verlaufe des Films wird Driss mit dem Alltag von Phillipe konfrontiert und lernt eine neue Welt kennen. Es entsteht eine enge Freundschaft zwischen den beiden.
Unsere ausgewählte Szene zeigt gut das Verhältnis zwischen den beiden. Der Filmausschnitt spielt in einem Kunsthaus, wo Phillipe ein Gemälde kaufen will. Als die Verkäuferin den Preis bekannt gibt, ist Driss schockiert. Dass Phillipe sich dann entscheidet das Bild zu kaufen, versteht er überhaupt nicht. Daraufhin verlangt Phillipe von Driss ein Stück Schokolade, die er während dieser Szene isst. Dieser will ihm aber keine geben und macht sich stattdessen über ihn lustig. Phillipe findet das zuerst überhaupt nicht witzig. Die Szene endet damit, dass Driss ihm dann doch ein Schmunzeln mit seinem herzhaften Lachen entreissen kann.

indouchables
Abbildung 1: Driss und Philippe im Kunsthaus 

In dieser Szene sieht man die unterschiedlichen Ansichten und Werte der beiden Protagonisten. Driss sieht das Bild nur auf materieller Ebene und versteht daher nicht, weshalb es so viel kostet. Für Phillipe hingegen hat das Bild einen emotionalen Wert und er findet den Preis gerechtfertigt. Wie man bei der Diskussion um das Bild sieht, legt Driss mehr Wert auf die materiellen Dinge im Leben, von welchen Phillipe zur Genüge hat. Deshalb realisiert er auch nicht, dass ein Körper unbezahlbar ist und macht daher häufig Witze über Phillipe und zeigt nicht viel Mitleid. In der Szene beispielsweise macht sich Driss lustig darüber das Phillipe Schokolade von ihm möchte, durch seine Lähmung aber keine Möglichkeit hat, sich welche zu nehmen. «Keine Arme, Keine Schokolade», sagt Driss immer wieder und lacht dabei. Driss zeigt also nicht wie die anderen Pfleger Mitgefühl, sondern begegnet Phillipe auf gleicher Augenhöhe. Er sieht ihn als Menschen und nicht als Behinderten oder Pflegeobjekt.
Hier sieht man auch gut das Abhängigkeitsverhältnis der beiden. Nicht nur Driss ist von seinem Arbeitsgeber abhängig, sondern auch umgekehrt ist Phillipe auf Driss angewiesen, der ihm das Gefühl gibt, Mensch zu sein. Zu Beginn des Filmes ist Phillipe sehr niedergeschlagen, wenn nicht sogar depressiv. Dies ändert sich nach der Begegnung mit Driss. Sie werden gute Freunde und sind am Ende des Films auch auf emotionaler Ebene voneinander abhängig.

Der Film und besonders diese Szene zeigen, dass man auf viele verschiedene Arten reich sein kann. Philippe ist reich an Geld, Driss ist reich an einem gesunden und starken Körper, einem wachen Geist und viel Lebensfreude. Der Film vermittelt also, dass Reichtum allein nicht reicht, um glücklich zu sein. Soziale Kontakte und Freunde sowie ein gesunder Körper sind genauso wichtig. Phillipe gewinnt dank Driss wieder Freude am Leben, obwohl sein Körper nicht geheilt werden kann.

 

Quellenverzeichnis:

Nakache, Oliver, Toledano, Éric (2011): Les Intouchables.

Youtube: Les Intouchables Painting Scene https://www.youtube.com/watch?v=yrr_sn8f_BE. (Zugriff: 22.11.18)

Confronting Borders in the Arctic

Der Artikel «Confronting Borders in the Arctic» wurde von dem amerikanischen Geographieprofessor Scott R. Stephenson geschrieben. Momentan unterrichtet er an der University of Connecticut. Sein Interessefeld liegt in der Intersektion zwischen Umweltveränderungen und politischen oder wirtschaftlichen Systemen. Fokus seiner Forschung liegt auf Klimaänderungen und deren Auswirkungen in der Arktis.

Gleich zu Beginn schreibt der Autor, dass die Arktis sich zweimal so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. Aufgrund der Aktualität des Themas gibt es sehr viele wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Arktis und deren klimabasierten Veränderungen beschäftigen. Stephenson gibt nebst seinen eigenen Erläuterungen eine kurze Einführung in sechs solche wissenschaftliche Artikel.
Der Aspekt des Klimawandels hat in der Arktis weit grössere Auswirkungen als nur die Veränderungen, die in der Landschaft stattfinden. Durch das fortschreitende Schmelzen des Polareises gibt es immer grössere Gebiete in der Arktis mit immer längeren eisfreien Perioden. Durch die physischen Veränderungen verändert sich auch das Verständnis von Grenzen. Mit mehr eisfreien und somit nutzbaren Flächen steigt das Interesse am Gebiet, sei es durch Tourismus, Suche nach Ressourcen oder neu erschliessbare Transportwege.
Der Nordpol und das umgebende Gebiet sind so weit vom Festland entfernt, dass kein Land das Gebiet besitzt. Allerdings haben Staaten die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen Kontrolle über Teile des Kontinentalschelfs bei der United Nations Commission on the Limits of the Continental Shelf (CLCS) zu beantragen. Bisher erhoben Norwegen, Russland und Dänemark Anspruch.
Allerdings haben die zugänglich werdenden Bodenschätze auch in anderen Staaten, wie beispielsweise dem weit entfernten Singapur, Interesse geweckt.
Weil die Arktis mehr und mehr in den Fokus von internationalen Netzwerken gelangt (bezüglich Forschung, Umweltschutz, Ressourcenabbau etc.), wird im Artikel von der «Globalen Arktis» gesprochen. Es kann auch von der Globalen Arktis gesprochen werden, da es keine verbindliche Definition der Region gibt und nordische Länder je nach Definition zum Gebiet gezählt werden oder nicht (Bartsch 2011).
In der folgenden Karte sind drei verschiedene Varianten eingezeichnet.

Bild Arktis

Abbildung 1: Verschiedene Definitionen der Arktis.

Ein anderes Problem, dass sich beim Definieren des Gebietes der Arktis ergibt ist, dass sich die Landschaft laufend verändert. Durch das Schmelzen des Packeises oder das Verschieben von Eismassen verändern sich die physischen Grenzen die ganze Zeit.

Stephenson hat in seinem Artikel das Thema sehr umfassend erläutert. Er bezieht sich auf die komplexe Beziehung zwischen den physischen Aspekten und den einflussreichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Um seine eigenen Aussagen in einen grösseren Kontext zu stellen bespricht er konkrete Beispiele aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten.

Unserer Meinung nach beinhaltet der Text keinen klaren roten Faden, der durch das komplexe Thema führt. Beispielsweise die Rolle der im Artikel erwähnten Ureinwohner der Arktis wird nicht ganz klar. Da der Text keine Struktur durch Untertitel hat, ist es schwierig einen Überblick zu behalten.

Die Arktis ist im Bezug auf Grenzen ein sehr spannendes Thema. Dadurch, dass das Gebiet zu keinem Land gehört, sind politische und wirtschaftliche Angelegenheiten sehr komplex. Da die Landschaft zusätzlich stark durch die Klimaerwärmung verändert wird, ist die Grenzsituation in diesem Gebiet einzigartig auf der Welt.

 

Bibliographie

Stephenson, Scott R. (2018): Confronting Borders in the Arctic. In: Journal of Borderlands Studies, 33:2, 183-190

Bartsch, Golo M. (2016): Klimawandel und Sicherheit in der Arktis. Hintergründe, Perspektiven, Strategien, Berlin: Springer VS

 

Abbildungen

Abbildung 1: Bartsch, Golo M. (2011): Die Governance der Arktis. Akteure, Institutionen und politische Perspektiven im tauenden Hohen Norden, unv.MA, FernUniversität in Hagen

Widerstandsbewegung gegen die Vivisektion

Die Bewegung gegen Vivisektion stammt ursprünglich aus England, welche allmählich im späten 19. Jahrhundert auch auf dem europäischen Festland Fuss fasste (Webseite LSCV). Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV) wurde 1883 gegründet (Webseite LSCV).

Ihr Hauptziel ist die völlige Abschaffung von medizinischen, wissenschaftlichen oder kommerziellen Versuchen an Tieren (Webseite LSCV). Die LSCV verlangt eine gesamtschweizerische Gesetzgebung für Achtung und Schutz der Grundrechte des Tieres.  Die Entstehung der Tierversuche im heutigen wissenschaftlichen Verständnis kann auf die rasche Entwicklung der Technologie, sowie einen enormen Fortschritt im Gesundheitssektor im letzten Jahrhundert zurückgeführt werden. Die grösste Hoffnung auf ein komplettes Verbot von Tierversuchen liegt nun in der Weiterentwicklung neuer Technologien und Alternativmethoden. Unter anderem unterstützt die LSCV finanziell die Anerkennung neuer Methoden wissenschaftlicher Forschung (Webseite LSCV). Beispielsweise die Weiterentwicklung von in-vitro Modellen, welche mit gezüchteten Zellkulturen oder Operationsabfällen arbeiten, und somit einige Tierversuche ersetzen können (Webseite Ärzte gegen Tierversuche e.V.).

Aktuell beschäftigt sich die Bewegung mit zwei Kampagnen. Eine gegen Tiere im Zirkus und eine gegen den Pelzverkauf.
Zum einen konzentrieren sich die bestehenden Kampagnen regional auf die Schweiz. Zum anderen ist die LSCV aber auch international aktiv, in dem sie die Schweiz in der ECEAE vertritt. (Webseite LSCV) Die ECEAE oder auch European Coalition to End Animal Experiments ist eine europaweite Organisation, die nur Mitglieder aufnimmt, welche die völlige Abschaffung von Tierversuchen fordern (Webseite ECEAE).

Der Stellenwert, den die Diskussion der Tierrechte einnimmt, variiert stark zwischen den verschiedenen Ländern. So ist die Situation in Europa viel stärker geprägt von Vivisektionsgegnern, als beispielsweise in China. Dort ist es sogar im Gesetz festgeschrieben, dass Kosmetika an Tieren getestet werden müssen (Giesen 2013). Da das Gesetz im Ausland häufig weniger einschränkend ist, werden Tierversuche von vielen europäischen Firmen ins Ausland verlagert. Die Projekte eines Hirnforschers der ETH Zürich wurden durch Rekurse der Tierversuchsgegner um drei Jahre verzögert, da er in seinen Experimenten mit Affen arbeitet. Ein Forscher der EPFL Lausanne wollte diese Verzögerung nicht in Kauf nehmen und verlagerte seine Forschung von Anfang an nach China (Zöfel & Stallmach 2017).

Tierversuche gelten in weiten Bevölkerungskreisen als notwendiges Übel (Borchers & Luy 2009:7). Von vielen anderen, sowie Organisationen wie der LSCV, werden Tierversuche ausschliesslich als unnötige Tierquälerei angesehen. Durch langjährige Bemühungen von Tierschutzorganisationen gibt es bereits sehr strenge Regeln und starke Einschränkungen. Besonders Versuche an Wirbeltieren werden nur bewilligt, «wenn die angestrebten Ergebnisse vermuten lassen, dass sie für wesentliche Bedürfnisse von Mensch und Tier einschliesslich der Lösung wissenschaftlicher Probleme von hervorragender Bedeutung sein werden» (Borchers & Luy 2009:8). Ein weiterer Kritikpunkt an der LSCV ist, dass sie sie völlige Abschaffung von Tierversuchen fordern. Obwohl diese ein grosses ethisches Problem darstellen, darf man nicht vergessen, dass die Forschung an Tieren grosse wissenschaftliche Errungenschaften hervorgebracht hat. Andere Organisationen gegen Vivisektion akzeptieren die wenigen unerlässlichen Tierversuche und fordern deshalb, dass solche nicht in vielen verschiedenen Labors zeitgleich stattfinden sollen, sondern einmalig (Webseite Ärzte gegen Tierversuche e.V.).

 

Bibliographie:

Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV) (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.lscv.ch/praesentation-der-lscv/

Ärzte gegen Tierversuche e.V. (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/

European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.eceae.org/

Giesen, Christoph: Rückzug aus China. In: Süddeutsche Zeitung (2013). https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tierversuche-in-der-kosmetikbranche-rueckzug-aus-china-1.1831954

Zöfel, Katrin & Stallmach, Lena: Made in China – Affen für die Forschung. In: Neue Zürcher Zeitung (2017). https://www.nzz.ch/wissenschaft/tierversuche-made-in-china-affen-fuer-die-forschung-ld.1296484

Borchers, Dagmar & Luy, Jörg (2009): Ethisch vertretbare Tierversuche – eine Einführung. In: Borchers, Dagmar & Luy, Jörg (Hrsg.): Der ethisch vertretbare Tierversuch. Kriterien und Grenzen. Paderborn, S. 7-8.