Soziale Medien – Eine virtuelle Parallelwelt

Digitales Protokoll

Anhand unserer digitalen Protokolle stellen wir fest, dass wir sehr viel Zeit auf Sozialen Medien, sei dies WhatsApp, Snapchat, Instagram oder Facebook, verbringen. Dadurch entsteht ein virtueller Raum der Konversation, durch welchen Gespräche geführt werden können, ohne seinem Gesprächspartner physisch gegenüber zu stehen.  Mit der Hilfe von Emojis können Gefühle und Emotionen ausgedrückt werden. Durch Telefongespräche und Sprachnachrichten kann die Möglichkeit der Gefühlsübermittlung erweitert werden. Es können jedoch auch Gefühle verborgen, oder das Gegenüber getäuscht werden. Dies muss nicht zwingend willentlich geschehen, denn Nachrichten können ganz einfach falsch interpretiert werden. Dieses Risiko besteht bei der «Face to Face» Konversation, bei der alle Diskussionspartner physisch anwesend sind, weniger. Durch das Fehlen der physischen Nähe können also Missverständnisse entstehen. Andererseits ermöglicht uns der virtuelle Raum eine schnellere Kommunikation, da nicht Zeit gefunden werden muss, sich physisch zu treffen, um sich miteinander zu unterhalten. Ein anderer Aspekt der virtuellen Kommunikation ist die Tatsache, dass sie die Möglichkeit schafft sich mit Personen zu unterhalten, bei welchen es auf Grund geographischer Distanz nicht möglich ist sich gegenüber zu stehen. Es wird ein globaler, virtueller Raum der Konversation und des Austausches geschaffen. Somit führt die Digitalisierung in Form von online Konversation zu einer physischen Distanz. Gleichzeitig kann jedoch auch Nähe suggeriert werden, da die Möglichkeit besteht, sich über weite Distanzen und zu jeder Zeit unterhalten zu können.

Ein anderes wichtiges Thema im Umgang mit den sozialen Medien ist, unserer Meinung nach, die Privatsphäre. Wir haben ein kleines Gedankenexperiment gemacht, indem wir uns vorstellten, im Zug zu sitzen und Jemanden fremdes anzusprechen. Während sich die Diskussion weiterentwickelt, beginnen wir plötzlich persönliche Fotos, Meinungen und Erlebnisse mit dieser Person zu teilen. Was im realen Leben etwas skurril wirkt, ist auf den sozialen Medien zur Normalität geworden. Es werden knappe Bikinibilder vom letzten Urlaub, politische Meinungen und intime, persönliche Erlebnisse öffentlich gepostet und somit für alle zugänglich gemacht. So besteht für uns ein klarer Unterscheid der sozial-akzeptierten Normen zwischen den realen und virtuellen Räumen. Denn einer fremden Person im Zug ein knappes Bikinibild zu zeigen scheint eher unangemessen, jedoch ist es auf den sozialen Medien ein effizienter Weg um eine grosse Anzahl an «Likes» zu erhalten, was als ultimatives Statussymbol gilt. Die sozialen Medien scheinen also eine Art «Parallelwelt» zu sein, die es ermöglicht, in kurzer Zeit viele Menschen zu erreichen. Diese Parallelwelt scheint auf verschiedenen Ebenen persönlich und unpersönlich zugleich zu sein. So wirkt die indirekte Kommunikation hinter einem Bildschirm eher unpersönlich, gleichzeitig jedoch scheint ein Kult des unbekümmerten Veröffentlichens von privaten Informationen zu herrschen.

Schlussendlich muss jede Person für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihre Privatsphäre ist und was sie auf den sozialen Meiden und dadurch mit der ganzen Welt teilen möchte.

 

(Elias Frey, Ladina Gaudy)

 

Never Let Me Go

«Never Let Me Go» ist ein im Jahre 2010 erschienener Film von Mark Romanek, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Kazou Ishiguro.

Never let me go

Die Szene zeigt Ruth, einen menschlichen Klon, der tot auf einem Operationstisch liegt. Ruth ist einer von vielen Klonen, dessen Existenzsinn nur darin besteht, seine Organe zu spenden. Die Organe kommen ihrer besitzhabenden Person zu Gute, die ihr eigenes Leben zu verlängern hofft. Der Filmausschnitt zeigt, wie Ruth nach ihrer dritten Spende stirbt, was im Film «Vollendung» genannt wird.
Anschliessend werden zwei weitere Klone namens Tommy und Kathy gezeigt, welche aufgrund eines Gerüchtes hoffen, die Möglichkeit auf ein normales Leben zu erhalten. Diese Möglichkeit wird ihnen jedoch verweigert. Ihre frühere Vorgesetzte erzählte ihnen, dass sie beweisen wollte, dass sie ebenfalls eine Seele hätten. Doch die Menschen wollten dies nicht wahrhaben.

Die Szene vermittelt eine zweideutige Sichtweise auf den Wert eines menschlichen Lebens. Das Leben wird als sehr kostbar dargestellt, denn es scheint, als wäre dessen Verlängerung ein zentrales Anliegen für die Menschen, das um jeden Preis durchgeführt werden kann. Auch wenn dies bedeutet einen Klon zu beschaffen, dessen Organe dazu dienen das eigene Leben zu verlängern. Gleichzeitig aber scheint das Leben eines Klons keinen Wert, abgesehen von dessen Organen, zu besitzen. Es spielt keine Rolle, was der Klon für Gefühle, Visionen, Hoffnungen und Ängste hat. Seine einzige Lebensaufgabe besteht darin, seine Organe zu spenden und folglich dafür zu sterben.

Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt moralisch vertretbar ist, Klone zu erschaffen und inwiefern sich ein solches Leben von einem «normalen» menschlichen Leben unterschiedet. Eine weitere Frage ist, ob diese als «Produkt» für lebensverlängernde Massnahmen des eigenen Lebens gebraucht werden dürfen. Doch wer bestimmt diese Antworten?

Die Tatsache, dass die Menschen im Film die Klone als nicht-gleichwertige Individuen betrachten wollen, zeigt eine sozial konstruierte Hierarchie zwischen Menschen und Klonen, die ihr Vorgehen legitimieren soll. Dies erinnert an die nationalsozialistische Rassenlehre, die eine genetische Überlegenheit einer Rasse suggerierte und von Hitler genutzt wurde, um seinen Feldzug gegen Menschen jüdischen Glaubens zu rechtfertigen.
Weiter wird in der Filmszene gezeigt, dass Kathy und Tommy durch ein Gerücht neue Hoffnung auf ein normales, «menschliches» Leben fassen. Wenn ein Klon Hoffen kann, dann ist er in der Lage Emotionen zu empfinden. Lassen ihn diese Emotionen nicht doch zu einem Menschen mit den gleichen Rechten werden; zum Beispiel dem Recht auf Leben?

Der Wunsch nach dem ewigen Leben scheint die Gesellschaft seit Beginn der Menschheit zu begleiten, sei es mit der Suche nach dem heiligen Gral oder der Erschaffung ersetzbarer Organe. Glücklicherweise stellt der Film ein fiktives Szenario dar und das Erschaffen eines menschlichen Klons ist derzeit (noch) nicht möglich und in fast allen Ländern der Welt verboten. Doch mit dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Technologien und Kenntnissen in diesem Bereich, ist nicht auszuschliessen, dass solche Vorhaben in der Zukunft theoretisch, beziehungsweise technisch möglich werden. Somit liegt es an der Gesellschaft und schliesslich an der Politik, klare Regeln und Grenzen festzulegen, um zu bestimmen was moralisch vertretbar ist.

 

(Elias Frey, Ladina Gaudy)

 

 

Film:

Romanek, M. (2010). Never let me go. USA, United Kingdom.

 

Rezension zum Text «On the agency of Borderlands»

Zum Autor
Emmanuel Brunet-Jailly (1961) ist kanadischer Politikwissenschaftler und Herausgeber des «Journal of Borderands Studies (JBS)». Sein Spezialgebiet ist der Vergleich stätischer Regierungsführungen und die Governance von Borderlands. Er unterrichtet als Professor an der University of Victoria, British Columbia (University of Victoria (CA), 2018).

Sein Text «On the Agency of Borderlands» (Brunet-Jailly, 2017) behandelt das Thema Borderlands. Dabei zeigt er auf, dass die seit dem 18.Jahrhundert gebildeten nationalstaatlichen Grenzen zunehmend von den internationalen, sozialen und ökonomischen Flüssen und der Frage der Nachhaltigkeit angezweifelt werden. Emmanuel Brunet-Jailly erklärt diese Veränderung anhand von vier verschiedenen Prozessen:

Die territoriale und geopolitische Tradition wird in Frage gestellt
Grenzen sind sozial konstruiert und hegen verschiedene Funktionen. Das Verständnis dieser Funktionen ist verbunden mit der kulturellen Beziehung zum Territorium, sodass Grenzen über ihre territoriale und geopolitische Tradition hinaus verstanden werden müssen. Verschiedenste Prozesse müssen in das Verständnis miteinbezogen werden. So beeinflussen politische Entscheidungen beispielsweise die verstärkte Kontrolle von Grenzübergängen.

Der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien, Globalisierungstrends, Markt- und Migrationsflüsse
Die Ausweitung des globalen Marktes durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien, sowie die Globalisierung lassen die klar definierten Grenzen zunehmend weicher und flexibler erscheinen.

Zusammenspiel von Grenzen, Macht und Politik
Durch Dezentralisierung gewinnen lokale und regionale Akteure an Macht, was zur Entwicklung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Ungleichheiten führt. Weiter sind Politik und Macht stark miteinander verbunden, womit eine wichtige Aufgabe der Politik darin besteht, die Macht gerecht aufzuteilen.

Die Zunahme der Staatsgrenzen und deren Schwankungen
Durch die zunehmenden regionalen und lokalen Selbstbestimmungswünschen entstehen neue Unabhängigkeitsbewegungen und -forderungen, die zu neuen Staatsgründungen führen.

Kritische Würdigung
Der Text behandelt das Thema in verschiedenen Perspektiven und gibt einen zentralen Einblick in die Mechanismen und Prozesse, die Borderlands betreffen. Seine Argumente sind gut nachvollziehbar, wie beispielsweise der Einfluss von Globalisierung, Modernisierung und Macht auf die Gestaltung und Bedeutung der Grenzen. Zudem werden seine Argumente von verschiedenen Quellen untermauert. Jedoch erfordert der Text ein solides, themenspezifisches Grundwissen, da sowohl der Inhalt, wie auch die Sprache eine hohe Komplexität aufweisen. Die vielen Beispielen im Text helfen dem Leser seine Argumente besser zu verstehen.

Bezug zur Literatur
Auch Boeckler ist in seinem Text «Borderlands» (Boeckler, 2012) der Ansicht, dass eine traditionelle, lineare Grenzziehung heute nicht mehr als solche angesehen werden kann. Er spricht in seinem Text von flüchtig und liquide-gewordenen Grenzen. Beide Autoren (Brunet-Jailly und Boeckler) sehen in Borderlands Gebiete, welche mehreren parallelen Rechtssystemen unterstehen.

Schlussfolgerung
Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass der Text verschiedene wichtige Prozesse des Phänomens «Borderlands» aufgreift und sie mit dem historischen, sowie aktuellen Kontext verknüpft. Die Aktualität des Themas verleiht dem Text zusätzliche Relevanz, zumal die Debatte über Migration die politischen Lager auf der ganzen Welt spaltet, was indirekt wider Auswirkungen auf die Borderlands hat.

(Elias Frey, Ladina Gaudy)

 

Literaturverzeichnis

Boeckler, M. (2012). Borderlands. In N. Marquardt & V. Schreiber (Eds.), Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart (pp. 44–49). Bielefeld: Transcript.

Brunet-Jailly, E. (2017). On the agency of borderlands. In A. Grichting & M. Zebich-Knos (Eds.), The social ecology of border landscapes (1st ed., pp. 19–36). London: Anthem Press.

University of Victoria (CA). (2018). Our people. Retrieved November 8, 2018, from https://www.uvic.ca/hsd/publicadmin/people/home/faculty/brunetjaillyemmanuel.php

 

 

Gegen eine klimafeindliche Investitionspolitik der Schweizer Nationalbank!

Ist sich die Schweiz ihrer globalen Verantwortung bewusst?

Der Klimawandel stellt ein globales Problem dar. Auch wenn sich seine Auswirkungen auf lokaler Ebene unterscheiden, muss eine gemeinsame Lösung im Kollektiv gesucht werden. So ist die Schweiz weniger von gewissen negativen Auswirkungen (beispielsweise dem Meeresspiegelanstieg) betroffen, als ein Inselstaat im Pazifik; und doch trägt sie eine globale Verantwortung, da ihre Konsum- und Investitionspolitik alles andere als klimaneutral ist. Tatsächlich beträgt der ökologische Fussabdruck der Schweiz rund 5,28 globale Hektaren/Person, was 2.8 Planeten entspräche, wenn jede Person auf der Welt so leben würde (WWF, 2012).

Klimawandel
Abbildung 1: Erwärmung von 1951-2010 sowie Beiträge der verschiedenen Antriebsfaktoren (Brönnimann, 2018)

Die Klima-Allianz Schweiz setzt sich mit genau diesem Problem auseinander. Sie vereint mehr als 70 Organisationen, unteranderem ProNatura, Greenpeace und WWF, die sich alle für den Klimaschutz und dem sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt einsetzen.

Ihre Aufgabe besteht darin, die Schweizer Regierung, sowie die Bevölkerung auf die Nichteinhaltung gesetzter Richtlinien und nötige Formulierung von klimarelevanten Zielen in den Bereichen Armut und Hunger, Gerechtigkeit, Finanzierung und Biodiversität aufmerksam zu machen; Themen, die zentral sind für den Schutz unseres Klimas. Sie verfassen Stellungsnahmen, sprechen Empfehlungen aus und organisieren Klimademos sowie -aktionen. So organisierten sie die festliche Demonstration auf dem Square de Chantepoulet in Genf, bei der unteranderem die Schweizerische Nationalbank (SNB) aufgefordert wurde, nicht mehr in den Erdöl-, Erdgas- und Kohlehandel zu investieren (sog. Desinvestition). Denn ihre Aktienanlagen sind für mehr als den jährlichen CO2-Ausstoss der gesamten Schweiz verantwortlich. Aufgrund der Grösse des Finanzplatzes «Schweiz» wäre die Desinvestition ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige und klimafreundliche Finanzpolitik der Schweiz (Klima-Allianz Schweiz, 2018b).

Demonstration in Genf
Abbildung 2: Aufruf der Klima-Allianz Schweiz zur Demonstration in Genf (Klima-Allianz Schweiz, 2018)

Genf wurde als Ort ausgesucht, da sich dort der Sitz des Welt-Klimarats, der UNO, sowie der führende Finanzplatz des globalen Ölhandels befindet. Somit fliessen viele internationale Gelder durch die Schweiz und geben ihr einerseits die Mitschuld and der Finanzierung von klimaschädlichen fossilen Brennstoffen, andererseits genügend Macht und Möglichkeiten sich für den Klimaschutz einzusetzen. Sollten also Milliarden Schweizerfranken in die Ursachen der Klimaerwärmung oder in dessen Lösungen fliessen? (Klima-Allianz Schweiz, 2018a).

Längst ist der «menschgemachte» Klimawandel wissenschaftlich bewiesen und der Mensch seit 1950 die treibende Kraft der Erderwärmung (Brönnimann, 2018). Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, werden sich die schon heute zu beobachtenden Phänomene wie Gletscherschmelze, Überschwemmungen, Unwetter und Trockenzeiten mit den daraus folgenden Problemen für die Menschheit häufen.

Die Frage bleibt: Wird es bereits zu spät sein, wenn uns das Ausmass des Klimawandels bewusst wird, um noch rechtzeitig zu handeln?

(Frey Elias, Gaudy Ladina)

 

Literatur:

Brönnimann, S. (2018). Klimatologie (1st ed.). Haupt Verlag.

Klima-Allianz Schweiz. (2018a). Ein Fest fürs Klima – Blog. Retrieved October 18, 2018, from http://www.klima-allianz.ch/blog/ein-fest-furs-klima

Klima-Allianz Schweiz. (2018b). Schweizer Nationalbank – Die brennende Frage. Schweiz. Retrieved from https://www.youtube.com/watch?v=KPCJeiia6ew

WWF. (2012). Datenblatt zum ökologischen Fussabdruck der Schweiz des Global Footprint Networks, Living Planet Report des WWF.

Abbildungen:

Abbildung 1: Brönnimann, S. (2018). Klimatologie (1st ed.). Haupt Verlag.

Abbildung 2: Klima-Allianz Schweiz. (2018). Nach Genf fürs Klima – Blog. Retrieved October 18, 2018, from http://www.klima-allianz.ch/blog/nach-genf-furs-klima