Spuren im Netz

«Haben uns verirrt, kommen aber gut voran» (DeMarco 2001: 4)

Nach dem Aufstehen, informierten wir uns beide über das Wetter und haben unsere Nachrichten bei WhatsApp gelesen. Währenddem wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, haben wir die sozialen Medien (Instagram, Facebook und Snapchat) besucht und online Musik (Spotify und YouTube) gehört. In der Uni haben wir hauptsächlich von Ilias Dateien heruntergeladen und unbekannte Begriffe auf Google nachgeschlagen. Zwischendurch kontrollierten wir immer wieder unsere Nachrichten auf WhatsApp und konsultierten unsere Mails. Während dem Tag hat sich unser Medienkonsum in Grenzen gehalten und am Abend hat er sich etwas gesteigert. So zum Beispiel durch Netflix und Wilmaa, wo wir online Filme und Serien gestreamt haben, und wir nahmen uns mehr Zeit für die sozialen Medien. Um die sozialen Kontakte zu pflegen schrieben wir noch WhatsApp und SMS. Vor dem Schlafengehen kommunizierten wir zum letzten Mal über WhatsApp und erkundigen uns über das Wetter des nächsten Tages.

Anhand vom Protokoll, haben wir bemerkt, dass die digitalen Mittel unseren Alltag stark beeinflussen. Das Handy liegt beispielsweise auf dem Tisch oder ist immer Reichweite, damit wir erreichbar sind überall und zu jeder Zeit. Oft konsumieren wir beide Güter online, hauptsächlich Kleider auf Zalando, wobei wir am Protokolltag diese Seite nicht besucht haben. Bei Online-Shopping ist der Einkauf mit ein paar Mausklicken getätigt, offline hingegen müsste man zuerst in die Stadt gelangen und die verschiedenen Kleidergeschäfte nach dem gesuchten Artikel durchsuchen. Im Netz gibt es alles auf nur einer Seite. Somit wird der wirtschaftliche Raum in die digitale Welt verlagert. Durch WhatsApp ist die gegenseitige Kommunikation erleichtert und dadurch werden soziale Kontakt über weite Distanzen hinaus gepflegt. Damit werden die sozialen Beziehungen digital aufrechterhalten. Uns ist aufgefallen, dass sich digitalen Räume an uns anpassen. Spotify beispielsweise schlägt Lieder vor, die einem gefallen würden und auch YouTube sagt, was man als Nächstes schauen könnte. Es steckt also irgendein Algorithmus dahinter, welcher unsere Schritte im Internet verfolgt und speichert. Auch Werbungen sind auf uns abgeschnitten, anhand von Informationen, die vorher gespeichert wurden. Durch den ständig Internetzugang sind wir mit einer beinahe unendlich grossen Menge an Wissen und Informationen konfrontiert, welche wir überall abrufen können. Einerseits ist das ein Vorteil, aufgrund des schnellen und einfachen Gebrauchs von Suchmaschinen wie Google, andererseits ist es schwierig diese grosse Datenmenge auf ihre Glaubwürdigkeit und Brauchbarkeit zu prüfen.

Zum einen werden die Zeit und Distanz kleiner, weil wir global vernetzt sind. Digitale Nachrichten werden innerhalb von wenigen Sekunden auf dem ganzen Globus versendet, während Briefe noch viele Tage unterwegs sind, bis sie den Empfänger erreichen. Zum anderen führt es zu einer Vereinsamung, da Kontakte nicht über Face-to-Face-Kommunikation, sondern über einen Bildschirm gepflegt werden. Durch die ganze Verlinkung im Netz geben wir viel über unser Privatleben preis, was uns oftmals gar nicht bewusst ist, aber ein grosser Eingriff in unsere Privatsphäre darstellt. Das stimmt uns nachdenklich, wie es um die Sicherheit der eigenen Daten steht und in welchem Masse man es überhaupt individuell beeinflussen kann.

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

Quellen

DeMarco, Tom (2001): Projektmanagement jenseits von Burn-out, Stress und Effizienswahn. München: Hanser Verlag

American History X

AMERICAN HISTORY X

American History X erschien im Jahre 1998 unter der Regie von Tony Kaye (ImdB). Der Film handelt von Derek Vinyard, einem ehemals neonazistisch ausgerichteten Skinhead, der durch seinen Aufenthalt im Gefängnis einen Wandel in seiner Gesinnung erfuhr und dessen Bruder Danny in dieselbe Szene abzudriften droht.

Die gewählte Szene zeigt ein Basketballspiel in Venice Beach, wo es zu Auseinandersetzungen zwischen den Mannschaften kommt. Ein Gang-Mitglied von Derek schliesst eine Wette mit einem Schwarzen ab. Der Gewinner soll 100 Dollar gewinnen. Jedoch ist der Kumpel nicht in der Lage das Geld selber aufzubringen und fragt Derek um Hilfe. Dieser ändert die Wette um. Er verlangt, dass rassengetrennt gespielt wird und der Verlierer den Platz für immer verlassen muss. Am Ende des Spiels gewinnen die Skinheads, die euphorisch den Sieg feiern. Die Gegner räumen daraufhin den Platz.

Die Feindseligkeit wird dadurch stark spürbar gemacht, dass vulgäre und diskriminierende Ausdrücke von beiden Seiten ausgehen. Der Hass beruht auf Gegenseitigkeit und artet sogar in körperlicher Gewalt aus. Die Trennlinie wird verstärkt, indem in rassengetrennten Mannschaften gespielt wird. Der Hass bildet ein stark verbindendes Kollektiv, was sichtbar wird als das Spiel vorbei war.

Rassismus ist das zentrale Element der Szene und zeigt was für ein gewalttätiges Ausmass Rassenhass in einer simplen Freizeitaktivität annehmen kann. Menschen handeln und agieren rein auf der emotionalen Ebene, welche auf der Gang-Ideologie beruht. Die rationale Denkweise wird komplett ausgeschaltet. Durch das Gang-Leben erhalten die Mitglieder Zugehörigkeit und Identität, die ihnen im sonstigen Alltag fehlen. Ein öffentlicher Platz wird als Eigentum beansprucht, dies führt zu einer Machtausübung und Hierarchisierung. Diese Segregation erinnert an die Kolonialzeit und vermittelt, dass die Weisse Bevölkerung über die Andere dominieren kann. Der Ursprung von Fremdenhass und Rassismus ist oftmals von unserem Umfeld und der Familie geprägt. Dadurch entsteht eine Liebe für das Eigene und ein Hass gegenüber dem Fremden. Diese Emotionen führen zur Furcht vor Überfremdung. Hass und Gewalt erzeugen Zerstörung in Hinblick darauf, dass Menschen das Recht auf Freiheit entzogen wird. Die dabei ausgeübte Gewalt mündet in Gegengewalt, was zu einem Teufelskreis führt. Der Film besteht aus schwarzweissen und farbigen Szenen. Farbig steht für die Gegenwart, in Schwarzweiss wird die Vergangenheit dargestellt. Die Farbtrennung stellt jedoch nicht nur eine zeitliche Unterscheidung dar, sondern zeigt auch die Trennung zwischen Gut und Böse in Bezug zu Dereks Entwicklung.

Emotionen beeinflussen das Verhalten der Menschen. Dieses Verhalten ist oftmals erlernt und anerzogen. So ist es auch bei Derek, dem die Auffassungen von seinem Vater eingetrichtert wurden. Da es aber nur erlernt ist, ist das Verhalten nicht vorprogrammiert und es besteht die Möglichkeit Verhaltensmuster zu verändern. Gute Absichten alleine reichen jedoch nicht aus, es braucht ein grundlegendes Umdenken betreffend Ethnien. Das Verlangen nach Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft wird in der heutigen Gesellschaft im Zuge der Globalisierung verstärkt. Das birgt die Gefahr, dass neonazistische Denkweisen wiederaufkommen.

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

 

Quellen

IMDb: American History X: https://www.imdb.com/title/tt0120586/ (Zugriff: 21. Nov. 2018)

Bild: Vice: https://www.vice.com/en_us/article/qbe5zd/how-american-history-x-made-me-the-man-i-am-today-437 (Zugriff: 21. Nov. 2018)

 

Russia’s and Europe’s Borderlands

Philipp Casula ist ein Soziologe, dessen Forschung sich auf die Aussenpolitik der Sowjetunion und Russland, sowie auf die Politik der internationalen Beziehungen spezialisiert (Universität Zürich, 2018). In der Zeitschrift «Problems of Post-Communism» veröffentlichte er 2014 den Artikel «Russia’s and Europe’s Borderlands».

 

Die Europäische Union und Russland haben verschiedene Herangehensweisen zu ihren Grenzräumen. Russland auf der einen Seite setzt vor allem auf Souveränität und Geopolitik, und die EU auf der anderen Seite auf Sicherheit und Biopolitik. Nach Russlands Ansichten ist Grenzziehung und Territorium stark an Identität gebunden. Das russische Identitätsbild basiert primär auf der gemeinsamen Kultur und Geschichte. So rechtfertigt Russland die Integration der ehemaligen Sowjetstaaten durch die gemeinsame Identität. Die heutige Grenzziehung Russlands stimmt somit nicht mit der territorialen Identität überein. Für die EU ist die gemeinsame Identität nebensächlich, sie beruht auf den Werten und Normen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und setzt sich für die Sicherheit der Bevölkerung ein. Die Grenzen der EU sind in einem stetigen Wandel und dementsprechend nicht statisch. Sie sind durchlässiger für die Zirkulation von Kapital, Menschen, Gütern und Dienstleistung, vor allem innerhalb der EU, wie auch in den Grenzgebieten Russlands, beispielsweise in Karelien. Die EU Aussengrenzen werden jedoch stärker kontrolliert und überwacht (Casula, 2014).

Der Artikel fokussiert sich hauptsächlich auf Grenzräume mit unterschiedlichen Machtstrukturen und auf die Differenzierung von unterschiedlichen Grenzen. Die Borderlands werden durch Hierarchisierung der Menschen, politisches Handeln und den Begriff der Identität konstruiert.

 

Casula beginnt mit einem Zitat von Gloria E. Anzaldúa, welches eine kurze und präzise Definition über Borderlands gibt und das Interesse des Lesers weckt. Die klare Struktur und der Sprachgebrauch des Autors sorgen für einen verständlichen Überblick. Das Souveränitätsverständnis von Russland wird an den Beispielen der Krim und Georgien veranschaulicht und zeigt deutlich die Machtausübung und Geopolitik Russlands. Die Begriffe Souveränität, Geopolitik, Biopolitik und Sicherheit werden nachvollziehbar definiert. Die zahlreichen Wiederholungen führen einerseits dazu, dass sich die komplexen Begriffe beim Leser festsetzten, andererseits jedoch stören sie den Lesefluss. Am Ende erwähnt der Autor, dass die Herangehensweise an Borderlands von Russland und der EU nicht auf den Dualismus von Souveränität und Biopolitik reduziert werden kann, sondern dass sich die Machttechniken überlappen und andere Faktoren mitspielen. Auf diese Faktoren geht er jedoch nicht näher ein und es wäre von Vorteil, wenn er diese wenigstens erwähnen würde. Oftmals bezog sich der Text auf Russland und die Position der EU wurde oberflächlicher behandelt.

 

Das Zitat in «Borderlands» von Marc Boeckler «Borderlands sind selten. Sie gedeihen vor allem dort, wo nationale Gesellschaften grenzüberschreitend aneinanderstossen, und nur dort, wo diese Begegnung Augenblicke spektakulärer Irritation erzeugen kann.» (Boeckler, 2012: 45), knüpft an den Artikel von Philipp Casula an. Die Borderlands von Russland und der EU, ist der Ort, wo Souveränität und Biopolitik aufeinandertreffen.

Unserer Meinung nach ist der Text verständnisvoll formuliert. Da wir mehrheitlich die Werte der EU vertreten, ist es interessant zu sehen, wie anders Russland agiert, obwohl die räumliche Distanz relativ klein ist.

 

Literaturverzeichnis

Boekler, Marc (2012): Borderlands. In: Marquardt, Nadine, Verena Schreiber (Hg.). Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart, Bielefeld: transcript. S. 44-49

Casula, Philipp (2014): Russia’s and Europe’s Borderlands. Between Sovereign Intervention and Security Management. In: Problems of Post-Communism, Band 61, Heft 6, S. 6-17

Universität Zürich (2018): Historisches Seminar. https://www.hist.uzh.ch/de/fachbereiche/oeg/projektmitarbeiter/philippcasula.html#3 (Zugriff: 07.11.2018)

 

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

Oberwalliser Gruppe Umwelt und Verkehr (OGUV)

Die OGUV setzt sich für demokratische Rechte der Umwelt- und Verkehrsanliegen ein, sowie für eine menschenwürdige Umwelt. Weiterhin unterstützt die Gruppe die Förderung des öffentlichen Verkehrs und nimmt aktiv an lokalen ökologischen Projekten teil. Die OGUV engagiert sich politisch und schlägt Alternativlösungen vor in den Bereichen: Verkehr, Strassenbau und Umwelt. Dieser Verein befürwortet die Optimierung des Energiesparens und der Verwendung von Alternativenergien. (OGUV, 1980)
Zu den Aktivitäten der OGUV gehören einerseits Feste und Veranstaltungen, welche sie organisieren und andererseits nutzen sie die öffentlichen Medien, um Anerkennung von der Zivilgesellschaft zu erlangen. Um ihre Ziele zu verwirklichen bilden sie Arbeitsgruppen und arbeiten mit ähnlichen lokalen Organisationen zusammen, wie zum Beispiel mit Pro Natura Oberwallis und WWF Oberwallis. (OGUV, 1980)

Wir spezialisieren uns auf den Widerstand der OGUV bei der Abstimmung vom 28.Februar 2016: «Nein, zur 2.Gotthardröhre». Dabei arbeitete die OGUV mit anderen Umweltorganisationen zusammen, um gegen das Vorhaben von Bundesrat und Parlament vorzugehen. Die Abstimmungsfrage lautete: «Wollen Sie die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (Sanierung Gotthard-Strassentunnel) annehmen?» (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016) Die Sanierung und der Bau der zweiten Röhre widersprechen der Bundesverfassung, welche den Alpenschutz anstrebt. «Eine 2. Strassenröhre führt unweigerlich zu mehr Verkehr, mehr Lastwagen, mehr CO2, mehr Feinstaub, mehr Lärm und auch zu einer grösseren Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet und auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor zwischen Basel und Chiasso» (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016)

Für das Oberwallis bedeutet dies, dass mehr Lastwagen mit gefährlichen Gütern den Simplonpass überqueren. Aufgrund der Verordnung dürfen gefährliche Transporte nicht durch die Tunnels am Grossen St. Bernhard, Gotthard und San Bernardino fahren. Dies stellt eine Gefahr für die Bevölkerung und für die Umwelt dar, falls sich ein Unfall ereignet. Ein Beispiel dafür ist ein Lastwagen, der am 28. Januar 2015 Gefahrengut in das Biotop von Glis stürzte. Der Bau der zweiten Röhre spricht gegen die schweizerischen Klimaziele, auf die man sich am Klimagipfel in Paris 2015 einigte. Die Ziele bestehen darin den CO2-Ausstoss zu verringern und damit die Erderwärmung zu verlangsamen. (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016)

Der Strassenbau stellt auch im globalen Kontext Herausforderungen dar. Weltweite Umweltorganisationen, beispielsweise WWF und Greenpeace, kämpfen für die Erhaltung und den Schutz von wichtigen Naturgütern und gegen die Verbauung des schützenswerten Naturraums. Der WWF engagiert sich im Amazonas-Regenwald, wo Bäume abgeholzt werden um unter anderem Platz für Transportinfrastruktur zu generieren, mit einem Projekt den grössten Tropenwald der Welt zu schützen. (Embert et al., 2016)

Ist es vertretbar, die Natur vor die Sicherheit des Menschen zu stellen? Zur Gewährleistung der Sicherheit ist eine Sanierung unausweichlich. Ebenfalls ist es für die Schweiz von zentralem Interesse eine bestmögliche Beziehung mit der EU zu pflegen, in dem sie die kürzeste vierspurige Nord-Süd-Achse bildet. Genügt es Feste und Veranstaltungen zu organisieren um ihre Interessen zu verbreiten? Die OGUV ist den wenigsten im Oberwallis ein Begriff. Damit sie an regionaler Bekanntheit gewinnen, müssen sie ihre Vorgehensweisen ändern.

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

Literaturverzeichnis

Embert, D., R. Maldonado und I. Homberg (2016): Tropische Regenwälder: Bedeutung, Gefährdungen und Lösungen am Beispiel Amazoniens. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller und E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. S. 319-324. <www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de> (Zugriff: 22.10.2018)

Oberwalliser Umweltorganisationen, Natur- und Vogelschutzvereins Oberwallis NVO, Oberwalliser Gruppe Umwelt und Verkehr OGUV, Pro Natura Oberwallis, VCS Wallis und WWF Oberwallis (2016): Oberwalliser Umwält News. Nein zur 2.Gotthardröhre. Nr. 14. Brig-Glis

OGUV: Umwelt-Oberwallis, Gründungsversammlung (1980), <http://www.umwelt-oberwallis.ch/ueber-uns/> (Zugriff: 22.10.2018)