Digitotalisierung


Bereits vor Tagesanbruch, wenn der Wecker, welcher ein Smartphone ist, Alarm schlägt, tauchen wir ein in die Welt der Digitalisierung. Noch den Schlaf aus den Augen reibend, schweift mein Blick das erste Mal auf das Display des Handys. Nebst Mitteilungen von den Eltern und Freunden, E-Mail, sowie Nachrichtenmeldungen aus aller Welt, ist das aktuelle Wetter auf dem kleinen Bildschirm niedergeschrieben. Innert weniger Sekunden erhasche ich eine Übersicht, was in der Nacht geschehen ist, beziehungsweise am Tag passieren wird. Die Eltern, welche in Sri Lanka irgendwo am Strand sitzen und ein ausgiebiges exotisches Frühstück genossen, ist dank des zugesendeten Fotos bereits zur Kenntnis genommen worden. Freunde, welche nach Mitternacht noch wirres Zeugs in einen Gruppenchat schickten, werden rasch überflogen. Die zwei E-Mails einer Werbeagentur und der Newsletter eines Sportmagazins sind schon wieder gelöscht. Für die Botschaften aus der Welt ist es noch zu früh, diese in Ruhe zu studieren. Sie werden weggedrückt und zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut. Wie das Wetter heute in Bern sein wird, ist hingegen eine wichtige Angelegenheit, dementsprechende Kleidung wird angezogen.

Da es ganztäglich regnerisch ist, wird anstelle des Fahrrads der Bus zur Universität genommen. Rasch fällt auf, dass Digitalisierung auch im Bus vorhanden ist. Ein Grossteil der Passagiere scheinen abgeschottet von jeglichen Umwelteinflüssen auf ihr Smartphone fokussiert zu sein oder hören Musik über Spotify oder ähnlichen Anbietern. Auf einem von der Decke hängendem Bildschirm können alternierend wiederkehrende Informationen, Wettervorhersagen oder News aufgeschnappt werden.

Im Vorlesungssaal angekommen, wird man förmlich erschlagen von der Vorherrschaft elektronischer Geräte und Hilfsmittel. Über die Online-Plattform Ilias, wo Studierende alle notwendigen Unterlagen für die Vorlesungen finden, kann ein grosses Pool an Wissen angeeignet werden, indem Dokumente heruntergeladen werden. Papier ist deshalb in den Hörsälen seit der immer mächtiger werdenden Digitalisierung grösstenteils verschwunden. Überwiegend alles wird mit Laptops oder Tablets gemacht, Notizen schreiben oder Dokumente speichern beispielsweise.

Schnell fällt auf, dass sich viele Studierende hinter ihren Laptops verstecken. Anstatt sich die soeben genannten Notizen einer Vorlesung zu nehmen, werden online neue Kleider eingekauft, die nächsten Ferien gebucht, Videos auf YouTube und Facebook angeschaut oder mit dem Handy Instagram, Snapchat, WhatsApp, etc… gecheckt. Auch das Durchblättern der am Morgen noch nicht gelesenen Nachrichten wird auf Onlinezeitung-Webseiten nachgeholt. Das Piepsen der Digitaluhr am Handgelenk weist auf das Mittagessen hin.

Durch Laptops, Smartphones oder Tablets besitzen Menschen die Möglichkeit, sich überall auf der Welt zu bewegen, wenn auch digital. Distanz, Zeit sowie der physische Raum und somit die klassische Container Vorstellung von Raum verschwinden weitgehendst. Dadurch werden überall, wenn auch teilweise unbewusst, Spuren und Informationen über sich auf digitalen Geräten und im Netz verbreitet. Die Problematik der Privatsphäre ist eingeschränkt und allgegenwärtig. Jedoch nicht alle Leute haben den gleichen Zugang zur digitalen Welt. Internet wird vorausgesetzt.

Informations- und kultureller Austausch sind global und nicht an einen Ort gebunden. Durch das Internet ist der Digitalisierungpraktisch keine Grenzen gesetzt. Deshalb ist die kritische Hinterfragungdigitaler Daten und Medien relevant, da sie einfach gefälscht oder missbrauchtwerden können. Die Digitalisierung hat uns total im Griff.

Marius Eller & Sam Louis

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