Bedeutung digitaler Räume im Alltag

Das Protokoll unserer digitalen Aktivitäten hat uns vor Augen geführt, wie stark unser Alltag digitalisiert ist. Nur schon am Handy haben wir bis zu zwei Stunden am Tag verbracht. Das Handy ersetzt zahlreiche Nutzungen während eines Tages, wie zum Beispiel Wecker, MP3-Player, Taschenrechner und Küchenuhr. Ebenso ist mit einem Smartphone das Internet verfügbar und so haben wir es auch als Kochbuch und Wörterbuch gebraucht. Weiter gibt es auch noch Apps wie soziale Netzwerke, die keiner Offline-Beschäftigung direkt entsprechen.
Insbesondere durch ihre Internetverbindung sind Handy heute sehr vielseitig einsetzbar und deshalb ein wesentlicher Teil unseres Alltags. Nicht nur mit dem Handy, sondern auch mit anderen Geräten verbringen wir Zeit in digitalen Räumen. Weitere Räume die wir online statt offline betreten haben, sind Online-Shops statt Läden, E-Banking statt einer Bank-/Postfiliale, Recherche-Datenbanken statt Bibliotheken oder Film-Streaming statt ein Kino. Wir haben auch über das Internet Fernsehen geschaut und Radio gehört. Das ermöglicht zusätzliche Funktionen im Vergleich zu konventionellem Radio und Fernsehen. So kann man frei entscheiden was man konsumiert, weil man Sender aus aller Welt wählen kann, und wann man es konsumiert, weil es die Sendungen auch als Podcast gibt.
Dabei hinterlassen wir fortwährend Informationen über uns im Internet, wie wen wir kennen (z.B. WhatsApp), was wir gerne haben (z.B. Facebook), mit was wir uns beschäftigen (z.B. Google) oder wo wir uns befinden (z.B. GPS oder netzwerkbasierter Standort). Diese Daten sind wir Nutzer bereit zu geben, damit wir diese Dienste gratis nutzen können. So haben wir während unserem Protokoll zum Beispiel auch Threema benutzt, ein verschlüsselter Messaging-Dienst, aber das stellte mehr einen Zusatz als eine Alternative zu WhatsApp dar, weil die App nicht von vielen genutzt wird.
Eine Frage, die wir vertiefter reflektieren möchten, ist die Frage nach der Bedeutungsverschiebung von Raum und Zeit durch die Digitalisierung. Insbesondere durch das Handy ist man von der ganzen Welt her erreichbar und man kann digitale Räume betreten, die sich analog weit weg befinden würden. Dadurch spielt Distanz immer weniger eine Rolle. Gleichzeitig erhält auch Nähe eine ganz andere Bedeutung, weil man mit Leuten weltweit chatten kann, anstatt sich mit dem Gegenüber zu unterhalten. Zudem wird das Handy (insbesondere soziale Netzwerke) benutzt um Zeit zu füllen. Den Samstagabend hat jemand von uns an zwei verschiedenen Orten verbracht. Erst in einer Turnhalle, wo viele zwischendurch das Handy angeschaut haben und nachher in einem Bunker ohne Empfang, wo alle das Handy in der Tasche liessen. Mit Empfang, dem Normalfall, rückt der analoge Raum in den Hintergrund und der digitale gewinnt an Wichtigkeit. Regelmässig schaut man auf das Handy, in der Angst etwas zu verpassen, aber dass man dadurch etwas vom Analogen verpasst, wird vernachlässigt. Das Nahe rückt in die Ferne, während das Ferne in die Nähe rückt. Unserer Meinung nach bringt dieser Zugang zu digitalen Räumen auch eine veränderte Wahrnehmung von Zeit mit sich. Es gibt weniger langweiligen Momente, weil man in diesem Fall einfach einen digitalen Raum betreten kann. Besteht diese Möglichkeit einmal nicht, wird dies umso stärker wahrgenommen.

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