Unser digitaler Alltag

Mein Handy vibriert. Sofort wird die gesamte Aufmerksamkeit auf das kleine Gerät in meiner Hosentasche fokussiert. Die aufleuchtende WhatsApp-Nachricht teilt mir mit, wo ich mich für unsere anstehende Gruppenarbeit treffe. WhatsApp, ein Messenger, erweitert den zweidimensionalen Kommunikationsraum von Textnachrichten, indem zusätzlich Tools wie Sprach- sowie Videoanrufe, Sprachnachrichten, Bilder und Videos zur Verfügung gestellt werden. Um den Nachrichten eine gewisse Emotionalität beizufügen, werden Emojis und GIFs eingesetzt. Gleichzeitigkeit sowie physische Nähe sind bei diesem Medium keine Bedingungen.

Von der WhatsApp-Nachricht geleitet, gelange ich zur richtigen Zeit an den Treffpunkt. Im physischen Raum soll dieser Blog erarbeitet werden. Papier und Stift sind zum grossen Teil aus den Taschen der Studierenden verschwunden und durch Laptops und Tablets ersetzt worden. Also flüchten wir in den virtuellen Raum von Google Drive. Diese Cloud ermöglicht einen simultanen Arbeitsprozess. So spielt der physische Raum zur Erstellung des Textes keine Rolle mehr – allein der Inhalt erfordert die physische Anwesenheit. Neben der Textbearbeitung bietet die Cloud unter anderem die Speicherung von Daten, Tabellenkalkulationen, Präsentationserstellungen und die gemeinsame Nutzung von Daten.

In einer kurzen Arbeitspause schweifen die Gedanken ab zu der langersehnten Kamera. Aufgrund des begrenzten Studentenbudgets suche ich erschwingliche Angebote und werde auf ricardo.ch fündig. Diese virtuelle Plattform ermöglicht den Austausch und die Weitergabe von bereits benutzten Produkten. Dadurch wird der Zugang zu Informationen, welche sonst auf Familien- bis Bekanntenkreise begrenzt sind, vereinfacht. Es kommt anschliessend zur Kommunikation zwischen dem*der Besitzer*in und seinem potenziellen Nachfolger.

 

Die digitalen Welten helfen uns Menschen einen erleichterten Zugang zu Informationen und Kommunikation zu erhalten. Mit der Eingabe des Benutzernamens und dem Passwort betreten wir unseren persönlichen Account, egal ob Google Drive, WhatsApp oder Ricardo, unser “Zimmer” ist für andere Nutzende verschlossen. Aus diesem Raum hinaus ist es möglich, Informationen, die um den Globus verteilt liegen, zu erhalten. Die Distanzen werden so stark verkleinert, als würde der gesamte Prozess im aktuellen physischen Raum stattfinden. Die Kommunikation kann entweder zeitgleich, ohne jegliche Verzögerung mit jeder Person, die Zugang zum Internet hat, aufgenommen werden oder wie bei Textnachrichten in WhatsApp mit einer gewissen Verzögerung jedoch, ohne Informationsverlust, geschehen. Der digitale Raum, die verkürzten Distanzen und die verschiedenen Zeitdimensionen bergen aber auch Gefahren. Der eigene Account spielt dem*der Nutzenden mit der Passworteingabe eine gewisse Sicherheit vor. Die gesamte Dimension des Raums ist für den*die Benutzende*n nur sehr schwer erkennbar. Werden leichtfertig wichtige Informationen preisgegeben, können negative Folgen resultieren. Es kann zu Verlust von Geld, zu Mobbing und vielem mehr führen. Die Nutzenden setzen sich in diesem digitalen Raum unbewusst häufiger Gefahren aus, als im physischen Raum. Die Gleichzeitigkeit der Informationsübermittlung kann zu Stress führen, bei WhatsApp kann die schreibende Person erkennen, wann die Nachricht gelesen wird. Es entsteht ein Zwang möglichst permanent online zu sein.

 

Die Nutzung der digitalen Welt hilft den Menschen einfacher an Informationen zu kommen. Neben den Chancen bergen digitale Welten aber auch ein Risiko für Gefahren, die zu Auswirkungen im physischen Raum führen können.

 

Lukas Hediger & Maja Kammer

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