Shutter Island

Shutter Island ist ein US-amerikanischer Psychothriller, gedreht unter der Regie von Martin Scorsese. Der Film, welcher Mitte Februar 2010 den Kinostart feierte, basiert auf dem gleichnamigen, bereits 2003 veröffentlichten Roman von Dennis Lehane.

Der Protagonist, ein US-Marshal namens Edward «Teddy» Daniels wird zusammen mit seinem neuen Partner auf die Insel Shutter Island geschickt, um im Fall einer entflohenen Patientin aus einer psychiatrischen Anstalt zu ermitteln. Schlussendlich entpuppt sich der US-Marshal selbst als verrückter Mörder namens Andrew Laeddis. Er befindet sich bereits seit mehr als zwei Jahren in der Klinik Ashecliff, lebend in einer selbst erschaffenen Scheinrealität. Einer Scheinrealität, in welcher er immer noch ein US-Marshal ist und zu wissen glaubt, dass in der psychiatrischen Anstalt verbotene Experimente an Patienten durchgeführt werden. Durch ein aufwändiges Rollenspiel versuchen die Ärzte ihn davon zu überzeugen, dass er sich seine Realität lediglich einbildet, um die traumatischen Ereignisse seiner Vergangenheit zu leugnen. Andrew Laeddis erinnert sich daran was er getan hat und weshalb er ständig von Albträumen und Halluzinationen heimgesucht wird. Der Leiter der Anstalt erklärt, dass Andrew Laeddis bereits neun Monate davor dieses Stadium der Einsicht erreicht habe, dann allerdings wieder einen Rückfall in die Scheinrealität hatte. Dies ist die letzte Chance für Laeddis die wahre Realität zu akzeptieren, ansonsten droht ihm ein chirurgischer Eingriff in sein Gehirn namens Lobotomie. Eine Operation, bei welcher Erinnerungen gelöscht werden, der Patient abgestumpft und emotionslos gemacht wird.

Shutter Island.jpg

Unsere Szene befindet sich am Ende des Films nach dem letzten Gespräch zwischen dem Anstaltsleiter und Laeddis. Laeddis tritt am Morgen aus der Tür heraus und setzt sich auf die Treppe. Daneben nimmt sein behandelnder Arzt Dr. Sheehan Platz. Während des Dialogs zwischen den beiden wird klar, dass Laeddis erneut einen Rückfall hatte, da er Dr. Sheehan als seinen erfundenen neuen Partner anspricht. Mit dem Eindruck, Laeddis sei wieder in seine Scheinrealität und seine erfundene Identität gefallen, gibt Dr. Sheehan dem Leiter der Anstalt ein Zeichen. Als sich die Pfleger nähern, um Laeddis für die Lobotomie abzuführen, wendet dieser sich mit seinen letzten Worten an Dr. Sheehan: «this place makes me wonder, which would be worse – to live as a monster, or to die as a good man?»

Diese letzte Szene lässt uns vermuten, dass Laeddis keinen Rückfall hatte. Er wollte lediglich nicht länger als Monster leben, sondern als guter Mensch sterben.

Die Szene widerspiegelt Werte wie Reue, Einsicht, Schuld und Verzweiflung. Die Unmöglichkeit sich selbst zu vergeben und lieber den Freitod zu wählen ist in unserer heutigen Welt immer noch ein stark tabuisiertes Thema. Mit der bevorstehenden Lobotomie stellt sich auch die Frage über den Umgang mit Menschen, die nicht nach Werten und Normen unserer Gesellschaft handeln. Wie verfährt man mit psychisch labilen Menschen? Wie viel ist das Leben eines «Verrückten» wert? Ab welchem Punkt soll man mit dem Versuch aufhören, diese in unsere Gesellschaft integrieren zu wollen? Auch die Projektion von Werten, die Scheinrealität von Laeddis in welcher ER der Gute war stellt uns die Frage: Sehen wir nicht alle nur das, was wir sehen möchten?

Quellenverzeichnis:
Film: Scorsese, M. (Regisseur). (2010). Shutter Island [Kinofilm].
Szene: https://www.youtube.com/watch?v=Z_0TQHoV_2I

Sam Louis & Marius Eller

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s