Pretty Woman (1990)

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Abbildung 1: Film-Still aus „Pretty Woman“: Edward und Vivian lassen sich in einem Kleidergeschäft beraten (Allociné).

Der Film „Pretty Woman“ ist ein amerikanischer Film aus dem Jahr 1990. Regie führte Garry Marshal. Der Film handelt von einer Begegnung zwischen Vivian, einer Sexarbeiterin, und Edward, einem reichen Geschäftsmann. Eigentlich wollte Edward Vivian nur nach einer Wegbeschreibung fragen, aber schlussendlich bezahlt er sie dafür, dass sie ihn eine Woche lang auf verschiedene Business-Treffen begleitet. Vivian entdeckt die Welt von Edward, die sie überhaupt nicht kennt und deren Sitten und Gepflogenheiten sie erst noch lernen muss. Der Film zeigt das Zusammenleben dieser zwei Personen, die aus sehr unterschiedlichen sozialen Klassen stammen.

Die von uns ausgewählte Szene (von 1:01:15 bis 1:04:15) handelt davon, wie Vivian und Edward zusammen Kleider für Vivian einkaufen gehen. Am Tag zuvor war Vivian allein gegangen und wurde aus einem Luxuskleiderladen wieder hinausgeschickt, weil ihre Kleidung sie als Sexarbeiterin identifizierbar machte. Nachdem Edward klar gemacht hat, dass er viel Geld ausgeben wird, bedienen die Angestellten Vivian.

Die Szene macht eine Ungleichstellung der Geschlechter dar. Der Verkäufer spricht nur mit Edward und Vivian wird zu einem gewissen Grad objektiviziert, indem Edward den Verkäufer fragt, ob er etwas so schönes im Laden habe wie sie. Dieser antwortet, das hätte er auf jeden Fall, und er korrigiert sich erst nachdem er Edward Miene sieht. Vivian wird auch nicht einfach als Frau und Kundin betrachtet, sondern entweder über Edward, der sie begleitet, oder über ihre Kleidung und somit ihre berufliche Situation. Zudem tragen die Bildausschnitte und die Musik zur Sexualisierung bei, während Vivian sich umkleidet.

Anderseits wird in der Szene die Wichtigkeit von Geld stark betont. Der Verkäufer wird freundlicher, als Edward sagt, dass er viel Geld ausgeben wird. Nur durch das zugesicherte Geld erhält Vivian Aufmerksamkeit von den Angestellten und Edward muss betonen, dass Vivian seine Kreditkarte hat, als er den Laden frühzeitig verlässt. Dass Edward auch während des Einkaufens das Arbeiten nicht ruhen lassen kann, zeigt, wie er sich das Geld erarbeitet, während Vivian nicht als arbeitend dargestellt wird, sondern es geniesst die neuen Kleider anzuprobieren. Sie wird im Reichtum, der sie umgibt, fröhlicher dargestellt, als vorher. Dies vermittelt, dass Geld glücklich mache.

Die Geschlechterrollen sind in diesem Film stark stereotypisiert dargestellt. Dass im Film der bessergestellte Mann und die weniger gut gestellte Frau aufeinander treffen und er ihr ein besseres Leben ermöglicht, reproduziert die Ungleichheit zwischen Mann und Frau in der Gesellschaft. Dazu tragen auch die Sexualisierung und Objektifizierung der Frau bei. Der Film reproduziert Werte der kapitalistischen Gesellschaft, insbesondere, dass Konsum und Geld glücklich machen und stellt gute Arbeit als Arbeit im Büro dar. Obwohl der Film „Pretty Woman“  schon bald 30 Jahre alt ist, sind diese Themen in der Gesellschaft immer noch aktuell.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Allociné, Pretty Woman. Abgerufen am 20.11.2018 unter http://www.allocine.fr/film/fichefilm_gen_cfilm=6200.html

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