Filmausschnittsanalyse: James Bond – Goldfinger

bond

Die ausgewählte Szene stammt aus Guy Hamilton’s Film “James Bond 007 – Goldfinger” von 1964 und spielt in einer Hotelanlage in Miami (Seidl, o.J.). James Bond, britischer Geheimagent des MI6 hat den Auftrag erhalten den Milliardär namens Goldfinger zu überwachen. James Bond beobachtet Herr Goldfinger wie dieser beim Glücksspiel am Pool per Funk Informationen bekommt und seinen Gegner betrügt. Bond dringt daraufhin in Golfingers Hotelzimmer ein und findet auf dem Balkon Jill Masterson, die leicht bekleidete Komplizin von Goldfinger, welche mit einem Fernglas die Karten des Spielgegners sehen kann und die Informationen per Funk Golfinger weiterleitet. Jill erschrickt kurz als Bond auftaucht doch leistet keine Gegenwehr. Bond beginnt augenblicklich mit ihr zu flirten, legt sich neben sie und zwingt Goldfinger per Funk das Kartenspiel zu verlieren. Die letzte und darauf folgende Einstellung zeigt wie Bond und Jill sich beinahe Küssen.

Die Szene ist ein typisches Beispiel für die immer wieder auftretenden Geschlechterrollen von Mann und Frau beziehungsweise von James Bond und verschiedenen “Bondgirls” in den Bond Filmen. James Bond wirkt als Mann souverän und clever, denn er versteht schnell wie Goldfinger betrügt und dringt gekonnt in dessen Zimmer ein. Weiter wird er durch seine Sprüche und Gesprächsart charmant und selbstbewusst dargestellt. Die Komplizin Jill jedoch wirkt durch ihre Reaktion, als sie James Bond entdeckt, naiv und hilflos. Sie hinterfragt weder seine Motive noch setzt leistet sie Gegenwehr, obwohl er ihn ihr Suite eindringt und sich in ihre Geschäfte einmischt. Sie bleibt Goldfinger nicht treu und “verfällt” in kürzester Zeit James Bonds Charme. Diese Szene vermittelt beidseitigen Opportunismus, wobei Jill von Bond womöglich nur ausgenutzt wird und sie selber bei geringster Gelegenheit die Fronten wechselt.

Wie in den meisten James Bond Filmen wird Bond als sehr souveräner, charmanter, stilvoller, maskuliner Alleskönner dargestellt, dem alles gelingt, was er versucht und der jede Frau, selbst Gegnerinnen wie in diesem Beispiel, um den Finger wickeln kann. Bonds Auftreten wird In den Filmen durch die vielen ihn verehrenden “Bondgirls” als äusserst begehrenswert dargestellt. Diese Inszenierung von Bonds Rolle suggeriert dem Publikum ein Wunschbild von “Mann”, welches die vorherrschenden gesellschaftlichen Gender-Hierarchien reproduziert oder sogar weiter verstärken kann. “Bondgirls” werden auf ihren sexualisierten Körper reduziert und selten erfährt man was über ihren Charakter oder ihren Hintergrund. Diese Objektivierung der Frau wird durch den häufigen Altersunterschied – Bondgirls sind eigentlich immer jünger als James Bond – noch weiter verstärkt. Häufig wird ein hilfloses Bild der Frau inszeniert oder sie befindet sich in einer Situation, aus welcher Bond sie dann als Held rettet oder befreit, während sie ihn nur bestaunt. Es scheint als ob der Film versucht Bond für männliche Zuschauer als begehrenswertes Vorbild darzustellen und für weibliche Zuschauerinnen soll er einen Wunschpartner darstellen. Über die ganze Franchise “James Bond” betrachtet, sind die Filme ein interessantes Proxy für die Evolution der Geschlechterverhältnisse. Besonders jedoch bei Goldfinger lässt sich durch die fast übertriebene Darstellung von Sean Connery kein abschliessendes Urteil finden, ob ein veraltetes Rollenbild von Mann und Frau propagiert wird oder ob es sich doch um eine etwas ironische Pointierung handelt.

Literatur:

Seidl, Gernot (o.J.): JamesBond.de, Goldfinger. Web, (o.J.), in:  http://www.jamesbond.de/die-filme/filme-mit-sean-connery/goldfinger/, (Zugriff: 16.10.18)

Bildquelle:

MI5MI6GCHQ (o.J.): Goldfinger (1964) – Miami hotel pool scene. YouTube, Web, 12.06.2016, in: https://www.youtube.com/watch?v=8kDdIL0tSeI&t=186s, (Zugriff: 16.10.18)

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