Widerstandsbewegung gegen die Vivisektion

Die Bewegung gegen Vivisektion stammt ursprünglich aus England, welche allmählich im späten 19. Jahrhundert auch auf dem europäischen Festland Fuss fasste (Webseite LSCV). Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV) wurde 1883 gegründet (Webseite LSCV).

Ihr Hauptziel ist die völlige Abschaffung von medizinischen, wissenschaftlichen oder kommerziellen Versuchen an Tieren (Webseite LSCV). Die LSCV verlangt eine gesamtschweizerische Gesetzgebung für Achtung und Schutz der Grundrechte des Tieres.  Die Entstehung der Tierversuche im heutigen wissenschaftlichen Verständnis kann auf die rasche Entwicklung der Technologie, sowie einen enormen Fortschritt im Gesundheitssektor im letzten Jahrhundert zurückgeführt werden. Die grösste Hoffnung auf ein komplettes Verbot von Tierversuchen liegt nun in der Weiterentwicklung neuer Technologien und Alternativmethoden. Unter anderem unterstützt die LSCV finanziell die Anerkennung neuer Methoden wissenschaftlicher Forschung (Webseite LSCV). Beispielsweise die Weiterentwicklung von in-vitro Modellen, welche mit gezüchteten Zellkulturen oder Operationsabfällen arbeiten, und somit einige Tierversuche ersetzen können (Webseite Ärzte gegen Tierversuche e.V.).

Aktuell beschäftigt sich die Bewegung mit zwei Kampagnen. Eine gegen Tiere im Zirkus und eine gegen den Pelzverkauf.
Zum einen konzentrieren sich die bestehenden Kampagnen regional auf die Schweiz. Zum anderen ist die LSCV aber auch international aktiv, in dem sie die Schweiz in der ECEAE vertritt. (Webseite LSCV) Die ECEAE oder auch European Coalition to End Animal Experiments ist eine europaweite Organisation, die nur Mitglieder aufnimmt, welche die völlige Abschaffung von Tierversuchen fordern (Webseite ECEAE).

Der Stellenwert, den die Diskussion der Tierrechte einnimmt, variiert stark zwischen den verschiedenen Ländern. So ist die Situation in Europa viel stärker geprägt von Vivisektionsgegnern, als beispielsweise in China. Dort ist es sogar im Gesetz festgeschrieben, dass Kosmetika an Tieren getestet werden müssen (Giesen 2013). Da das Gesetz im Ausland häufig weniger einschränkend ist, werden Tierversuche von vielen europäischen Firmen ins Ausland verlagert. Die Projekte eines Hirnforschers der ETH Zürich wurden durch Rekurse der Tierversuchsgegner um drei Jahre verzögert, da er in seinen Experimenten mit Affen arbeitet. Ein Forscher der EPFL Lausanne wollte diese Verzögerung nicht in Kauf nehmen und verlagerte seine Forschung von Anfang an nach China (Zöfel & Stallmach 2017).

Tierversuche gelten in weiten Bevölkerungskreisen als notwendiges Übel (Borchers & Luy 2009:7). Von vielen anderen, sowie Organisationen wie der LSCV, werden Tierversuche ausschliesslich als unnötige Tierquälerei angesehen. Durch langjährige Bemühungen von Tierschutzorganisationen gibt es bereits sehr strenge Regeln und starke Einschränkungen. Besonders Versuche an Wirbeltieren werden nur bewilligt, «wenn die angestrebten Ergebnisse vermuten lassen, dass sie für wesentliche Bedürfnisse von Mensch und Tier einschliesslich der Lösung wissenschaftlicher Probleme von hervorragender Bedeutung sein werden» (Borchers & Luy 2009:8). Ein weiterer Kritikpunkt an der LSCV ist, dass sie sie völlige Abschaffung von Tierversuchen fordern. Obwohl diese ein grosses ethisches Problem darstellen, darf man nicht vergessen, dass die Forschung an Tieren grosse wissenschaftliche Errungenschaften hervorgebracht hat. Andere Organisationen gegen Vivisektion akzeptieren die wenigen unerlässlichen Tierversuche und fordern deshalb, dass solche nicht in vielen verschiedenen Labors zeitgleich stattfinden sollen, sondern einmalig (Webseite Ärzte gegen Tierversuche e.V.).

 

Bibliographie:

Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres (LSCV) (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.lscv.ch/praesentation-der-lscv/

Ärzte gegen Tierversuche e.V. (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/

European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) (2018). Zugriff am 25.10.2018. https://www.eceae.org/

Giesen, Christoph: Rückzug aus China. In: Süddeutsche Zeitung (2013). https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tierversuche-in-der-kosmetikbranche-rueckzug-aus-china-1.1831954

Zöfel, Katrin & Stallmach, Lena: Made in China – Affen für die Forschung. In: Neue Zürcher Zeitung (2017). https://www.nzz.ch/wissenschaft/tierversuche-made-in-china-affen-fuer-die-forschung-ld.1296484

Borchers, Dagmar & Luy, Jörg (2009): Ethisch vertretbare Tierversuche – eine Einführung. In: Borchers, Dagmar & Luy, Jörg (Hrsg.): Der ethisch vertretbare Tierversuch. Kriterien und Grenzen. Paderborn, S. 7-8.

 

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