Oberwalliser Gruppe Umwelt und Verkehr (OGUV)

Die OGUV setzt sich für demokratische Rechte der Umwelt- und Verkehrsanliegen ein, sowie für eine menschenwürdige Umwelt. Weiterhin unterstützt die Gruppe die Förderung des öffentlichen Verkehrs und nimmt aktiv an lokalen ökologischen Projekten teil. Die OGUV engagiert sich politisch und schlägt Alternativlösungen vor in den Bereichen: Verkehr, Strassenbau und Umwelt. Dieser Verein befürwortet die Optimierung des Energiesparens und der Verwendung von Alternativenergien. (OGUV, 1980)
Zu den Aktivitäten der OGUV gehören einerseits Feste und Veranstaltungen, welche sie organisieren und andererseits nutzen sie die öffentlichen Medien, um Anerkennung von der Zivilgesellschaft zu erlangen. Um ihre Ziele zu verwirklichen bilden sie Arbeitsgruppen und arbeiten mit ähnlichen lokalen Organisationen zusammen, wie zum Beispiel mit Pro Natura Oberwallis und WWF Oberwallis. (OGUV, 1980)

Wir spezialisieren uns auf den Widerstand der OGUV bei der Abstimmung vom 28.Februar 2016: «Nein, zur 2.Gotthardröhre». Dabei arbeitete die OGUV mit anderen Umweltorganisationen zusammen, um gegen das Vorhaben von Bundesrat und Parlament vorzugehen. Die Abstimmungsfrage lautete: «Wollen Sie die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (Sanierung Gotthard-Strassentunnel) annehmen?» (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016) Die Sanierung und der Bau der zweiten Röhre widersprechen der Bundesverfassung, welche den Alpenschutz anstrebt. «Eine 2. Strassenröhre führt unweigerlich zu mehr Verkehr, mehr Lastwagen, mehr CO2, mehr Feinstaub, mehr Lärm und auch zu einer grösseren Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet und auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor zwischen Basel und Chiasso» (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016)

Für das Oberwallis bedeutet dies, dass mehr Lastwagen mit gefährlichen Gütern den Simplonpass überqueren. Aufgrund der Verordnung dürfen gefährliche Transporte nicht durch die Tunnels am Grossen St. Bernhard, Gotthard und San Bernardino fahren. Dies stellt eine Gefahr für die Bevölkerung und für die Umwelt dar, falls sich ein Unfall ereignet. Ein Beispiel dafür ist ein Lastwagen, der am 28. Januar 2015 Gefahrengut in das Biotop von Glis stürzte. Der Bau der zweiten Röhre spricht gegen die schweizerischen Klimaziele, auf die man sich am Klimagipfel in Paris 2015 einigte. Die Ziele bestehen darin den CO2-Ausstoss zu verringern und damit die Erderwärmung zu verlangsamen. (Oberwalliser Umweltorganisationen, 2016)

Der Strassenbau stellt auch im globalen Kontext Herausforderungen dar. Weltweite Umweltorganisationen, beispielsweise WWF und Greenpeace, kämpfen für die Erhaltung und den Schutz von wichtigen Naturgütern und gegen die Verbauung des schützenswerten Naturraums. Der WWF engagiert sich im Amazonas-Regenwald, wo Bäume abgeholzt werden um unter anderem Platz für Transportinfrastruktur zu generieren, mit einem Projekt den grössten Tropenwald der Welt zu schützen. (Embert et al., 2016)

Ist es vertretbar, die Natur vor die Sicherheit des Menschen zu stellen? Zur Gewährleistung der Sicherheit ist eine Sanierung unausweichlich. Ebenfalls ist es für die Schweiz von zentralem Interesse eine bestmögliche Beziehung mit der EU zu pflegen, in dem sie die kürzeste vierspurige Nord-Süd-Achse bildet. Genügt es Feste und Veranstaltungen zu organisieren um ihre Interessen zu verbreiten? Die OGUV ist den wenigsten im Oberwallis ein Begriff. Damit sie an regionaler Bekanntheit gewinnen, müssen sie ihre Vorgehensweisen ändern.

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

Literaturverzeichnis

Embert, D., R. Maldonado und I. Homberg (2016): Tropische Regenwälder: Bedeutung, Gefährdungen und Lösungen am Beispiel Amazoniens. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller und E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. S. 319-324. <www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de> (Zugriff: 22.10.2018)

Oberwalliser Umweltorganisationen, Natur- und Vogelschutzvereins Oberwallis NVO, Oberwalliser Gruppe Umwelt und Verkehr OGUV, Pro Natura Oberwallis, VCS Wallis und WWF Oberwallis (2016): Oberwalliser Umwält News. Nein zur 2.Gotthardröhre. Nr. 14. Brig-Glis

OGUV: Umwelt-Oberwallis, Gründungsversammlung (1980), <http://www.umwelt-oberwallis.ch/ueber-uns/> (Zugriff: 22.10.2018)

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