#BlackLivesMatter

Die politische Bewegung „Black Lives Matter“ (BLM) entstand am 13. Juli 2013 in den USA. Der Auslöser war der Freispruch eines Polizisten, der wegen vorsätzlicher Tötung eines jungen Afroamerikaners angeklagt war (Day, 2015).

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Gewaltdelikte von weissen Polizisten gegen unbewaffnete Schwarze häufen sich (Stürmer, 2016). Der nachsichtige Umgang der Justiz, welche die Polizisten kaum bis gar nicht zu Rechenschaft zieht, ist ein Tatsache, welche in Amerika für intensive Diskussionen sorgt. Bis heute werden Angehörige von Minderheiten überproportional häufig Opfer von Polizeigewalt. Es deutet darauf hin, dass ein systematischer und struktureller Rassismus nach wie vor in der amerikanischen Gesellschaft wirksam ist (Thimm, 2017).

Aufgrund dieser Situation gründeten Alicia Garza, Patrisse Cullors und Opal Tometi eine Bewegung namens „BlackLivesMatter“. Es war ein Aufruf gegen die staatlich sanktionierte Gewalt und gegen den Rassismus, von welchem Schwarze stark betroffen sind. Das Ziel ist es die Chancenungleichheit zwischen den verschiedenen Rassen aber auch sexuellen Orientierungen und Geschlechter aufzuheben (Blacklivesmatter, n.d).

BLMAbbildung: Protestanden stellen sich gegen die Polizei von Baton Rouge, USA (Vice.com, 2016)

Zu den ursprünglichen Aktivitäten gehört die Nutzung der sozialen Medien. Mit dem Hashtag-Aktivismus wurde versucht tausende Menschen gleichzeitig zu erreichen. Seit den ersten Erfolgen über die sozialen Medien haben die Black Lives Matters Anhänger/innen eine Vielzahl an Taktiken in ihre Aktivitäten mit einbezogen (McKitterick, 2015). Später wurde die Taktik des direkten Protests in Form von Kundgebungen und Protesten genutzt. Das Ziel ist es unbequem zu sein, so dass sich die Menschen mit dem vorliegenden Problem beschäftigen müssen. Ausserdem wird versucht mit politischen Slogans auf sich aufmerksam zu machen (Hegg, 2015).

Betrachtet man die Thematik in einem grösseren, historischen Kontext begann das Problem des Rassismus während dem europäischen Kolonialismus. Zu dieser Zeit wuchs der Rassismus zu einer vielfältig wirksamen Ideologie heran. Dieses Denken beeinflusst noch heute das politische und alltägliche Leben (Geulen, 2007). Es können ebenso Parallelen zur Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren in den USA erkannt werden. Damals erkämpfte sich die schwarze Bevölkerung den USA politische Gleichberechtigung, jedoch ist man heute, nach Ansicht der BLM-Aktivisten/innen, noch weit von einer ganzheitlichen Chancengleichheit entfernt (Blacklivesmatter, n.d). In einem räumlichen Kontext betrachtet, hat sich das globale Problem des Rassismus, lokal durch Tötungen unbewaffneter Schwarzer gezeigt. Dieses lokale Ereignis und die darauffolgende lokale Reaktion durch Proteste konnte sich wiederum national, wie auch global Aufmerksamkeit verschaffen (Edwards & Harris, 2016).

Wenn man diese BLM-Bewegung jedoch kritisch betrachtet, kommt man um gewisse Fragen nicht herum. So zeigt eine des U.S Cencus Bureaus durchgeführte Statistik, dass 93% der schwarzen Mordopfer durch andere Schwarze ermordet wurden (Curie, 2015). Wieso werden diesen Daten von den BLM- Anhänger/innen keine Beachtung geschenkt? Zusätzlich stellt sich die Frage, ob die Entstehung der Bewegung für die schwarze Bevölkerung nicht auch zu einer zusätzlichen Abgrenzung von der Gesamtbevölkerung führt. Durch ihr radikales Verhalten und den Slogan „Black Lives matter“ könnte man meinen, die BLM stellen ihr Leben über das jener Personen mit einer anderen Hautfarbe. So wird uns der Unterschied zu weissen Rassisten zunehmend undurchsichtiger.

(Autoren: Noe Balsiger & Daniel Barmettler)

 

Literatur

Black Lives Matter. (n.d). Programs. Zugriff am 17. Oktober 2018 unter https://blacklivesmatter.com/programs/

Black Lives Matter. (n.d). Herstory. Zugriff am 16. Oktober 2018 unter  https://blacklivesmatter.com/about/herstory/

Curie, E. (2015). Shouldn’t black lives matter all the time? Contexts 14(3), S. 17-18.

Day, E. (2015). #BlackLifesmatter: The birth of a new civil rights movement. The guardian. Zugriff am 19. Oktober 2018 unter https://www.theguardian.com/world/2015/jul/19/blacklivesmatter-birth-civil-rights-movement.

Edwards, S. & Harris, D. (2016). Black Lives Matter. Minnesota: Abdo.

McKitterick, M. (2015). Frustration Lies Behind ‘Black Lives Matter’. Zugriff am 16. Oktober 2018 unter https://www.voanews.com/a/frustration-lies-behind-black-lives-matter/2915526.html.

Geulen, C. (2007). Geschichte des Rassismus. München: C.H Beck.

Hegg, S. (2015). Tactics of Black Lives Matter. KCTS9. Zugriff am 18. Oktober 2018 unter https://kcts9.org/programs/in-close/tactics-black-lives-matter.

Herbert Ruffin. Black Lives Matter: The Growth of a New Social Justice Movement. Zugriff am am 10. November 2015 unter https://blackpast.org/.

Stürmer, A. (2016). Der verdrängte Rassismus. BR24, Abgerufen am 19. Oktober 2018 unter https://www.br.de/nachricht/schwarze-polizeigewalt-usa-102.html.

Thimm, J. (2017). Black Lives Matter: Eine neue Qualität gesellschaftlichen Protests in den USA. In Godehardt (Hrsg.), Urbane Räume. Proteste. Weltpolitik. (S.15-29). Berlin.

Abbildung

Vice (2016), https://www.vice.com/en_us/article/mvkjma/white-cop-black-lives-matter, (Zugriff am 19.10.2018).

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