Digitotalisierung


Bereits vor Tagesanbruch, wenn der Wecker, welcher ein Smartphone ist, Alarm schlägt, tauchen wir ein in die Welt der Digitalisierung. Noch den Schlaf aus den Augen reibend, schweift mein Blick das erste Mal auf das Display des Handys. Nebst Mitteilungen von den Eltern und Freunden, E-Mail, sowie Nachrichtenmeldungen aus aller Welt, ist das aktuelle Wetter auf dem kleinen Bildschirm niedergeschrieben. Innert weniger Sekunden erhasche ich eine Übersicht, was in der Nacht geschehen ist, beziehungsweise am Tag passieren wird. Die Eltern, welche in Sri Lanka irgendwo am Strand sitzen und ein ausgiebiges exotisches Frühstück genossen, ist dank des zugesendeten Fotos bereits zur Kenntnis genommen worden. Freunde, welche nach Mitternacht noch wirres Zeugs in einen Gruppenchat schickten, werden rasch überflogen. Die zwei E-Mails einer Werbeagentur und der Newsletter eines Sportmagazins sind schon wieder gelöscht. Für die Botschaften aus der Welt ist es noch zu früh, diese in Ruhe zu studieren. Sie werden weggedrückt und zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut. Wie das Wetter heute in Bern sein wird, ist hingegen eine wichtige Angelegenheit, dementsprechende Kleidung wird angezogen.

Da es ganztäglich regnerisch ist, wird anstelle des Fahrrads der Bus zur Universität genommen. Rasch fällt auf, dass Digitalisierung auch im Bus vorhanden ist. Ein Grossteil der Passagiere scheinen abgeschottet von jeglichen Umwelteinflüssen auf ihr Smartphone fokussiert zu sein oder hören Musik über Spotify oder ähnlichen Anbietern. Auf einem von der Decke hängendem Bildschirm können alternierend wiederkehrende Informationen, Wettervorhersagen oder News aufgeschnappt werden.

Im Vorlesungssaal angekommen, wird man förmlich erschlagen von der Vorherrschaft elektronischer Geräte und Hilfsmittel. Über die Online-Plattform Ilias, wo Studierende alle notwendigen Unterlagen für die Vorlesungen finden, kann ein grosses Pool an Wissen angeeignet werden, indem Dokumente heruntergeladen werden. Papier ist deshalb in den Hörsälen seit der immer mächtiger werdenden Digitalisierung grösstenteils verschwunden. Überwiegend alles wird mit Laptops oder Tablets gemacht, Notizen schreiben oder Dokumente speichern beispielsweise.

Schnell fällt auf, dass sich viele Studierende hinter ihren Laptops verstecken. Anstatt sich die soeben genannten Notizen einer Vorlesung zu nehmen, werden online neue Kleider eingekauft, die nächsten Ferien gebucht, Videos auf YouTube und Facebook angeschaut oder mit dem Handy Instagram, Snapchat, WhatsApp, etc… gecheckt. Auch das Durchblättern der am Morgen noch nicht gelesenen Nachrichten wird auf Onlinezeitung-Webseiten nachgeholt. Das Piepsen der Digitaluhr am Handgelenk weist auf das Mittagessen hin.

Durch Laptops, Smartphones oder Tablets besitzen Menschen die Möglichkeit, sich überall auf der Welt zu bewegen, wenn auch digital. Distanz, Zeit sowie der physische Raum und somit die klassische Container Vorstellung von Raum verschwinden weitgehendst. Dadurch werden überall, wenn auch teilweise unbewusst, Spuren und Informationen über sich auf digitalen Geräten und im Netz verbreitet. Die Problematik der Privatsphäre ist eingeschränkt und allgegenwärtig. Jedoch nicht alle Leute haben den gleichen Zugang zur digitalen Welt. Internet wird vorausgesetzt.

Informations- und kultureller Austausch sind global und nicht an einen Ort gebunden. Durch das Internet ist der Digitalisierungpraktisch keine Grenzen gesetzt. Deshalb ist die kritische Hinterfragungdigitaler Daten und Medien relevant, da sie einfach gefälscht oder missbrauchtwerden können. Die Digitalisierung hat uns total im Griff.

Marius Eller & Sam Louis

Im Strom der Digitalisierung

Wir leben in einer digitalisierten Welt. Die Digitalisierung hat einen grossen Einfluss auf unser alltägliches Leben. Unser ganzer Tag wird von der neuen Technologie vorbestimmt und beeinflusst.

Morgens lesen wir WhatsApp-Nachrichten, checken die Einträge in den sozialen Medien und informieren uns über das Wetter. Auf dem Weg an die Universität nutzen wir Online-Nachrichtendienste und Musik Apps, wie Spotify oder YouTube. Auch unser universitärer Alltag ist geprägt durch digitale Hilfsmittel und Zugänge. Wir laden Folien und Texte von der Internetplattform der Universität herunter, informieren uns über anstehende Prüfungstermine und schicken uns gegenseitig Emails. Am Abend nutzen wir Zalando, um neue Kleider zu kaufen oder schauen uns auf Netflix einen Film an. Währenddessen konsultieren wir online ein Kochbuch, um unser Abendessen vorzubereiten. Vor dem Einschlafen werden erneut WhatsApp-Nachrichten beantwortet, um ja nichts zu verpassen.

Diese ganze digitale Entwicklung offenbart uns viele Möglichkeiten. Die sozialen Medien können dabei eine Plattform bieten, von der aus der freie Austausch von Nachrichten, Informationen und Bild-/Videomaterial unverbindlich und jederzeit stattfinden kann. Auch Universitäten nutzen den Zugang zu digitalen Räumen. Sei dies, um den Studierenden die Lehrmittel oder Bibliothekskataloge online zur Verfügung zu stellen oder auf Veranstaltungen hinzuweisen.

Die digitalen Räume können aber auch einen Einfluss auf reale Räume haben. Als Beispiel dient hierzu das klassische Modegeschäft: Durch das stark boomende Online-Shopping werden viele Kleider von zu Hause aus bestellt und gekauft. So betreten immer weniger Kunden den physischen Raum des Modegeschäfts (Emch, 2015). Auch die Kinos können immer weniger mit der Konkurrenz aus den Online-Streaming-Räumen mithalten. Dies führt zu einem starken Besucherrückgang und zur Schliessung von Sälen (Rehfeld, 2017).

DigitalisierungAbbildung: Abspaltung zwischen realem und digitalem Raum

Es deutet also immer mehr darauf hin, dass sich eine generelle Verlagerung vom realen zum digitalen Raum entwickelt. Davon können viele Werbeagenturen und Produkthersteller profitieren. Denn wer sich online aufhält, hinterlässt unbewusst seine Spuren. Diese können leicht zurückverfolgt werden, um so zum Beispiel personalisierte Werbung aufschalten zu können (Jung, 2018).

Das kann durchaus hilfreich sein, stimmt aber auch nachdenklich. Sind wir in digitalisierten Räumen überhaupt noch anonym oder waren wir es überhaupt jemals? Wer kann alles auf der anderen Seite der Verbindung mitlesen oder unsere Daten herausfiltern? Fragen zum Datenschutz sind nicht umsonst ein heiss diskutiertes Thema. Der Eintritt in die digitalisierte Welt ermöglicht grosse Freiheiten, gefährdet zugleich aber die Privatsphäre.

Eine weitere Schattenseite dieser Freiheit kann anhand des Online-Shoppings in der Bekleidungsindustrie gezeigt werden. Geschäfte aller Art werden mittlerweile fast gezwungen ihre Ware auch online anzubieten, um die Kundschaft zu erhalten. Die Bekleidungsketten stehen untereinander in grosser Konkurrenz und müssen sich den wachsenden Bedürfnissen der Kunden anpassen. Falls sie dies nicht tun oder die Konkurrenz es schneller und besser macht, verlieren die betroffenen Modeketten womöglich an Bedeutung und haben Mühe, die Kunden zu behalten. Es wird also erneut deutlich, dass sich eine klare Verschiebung zwischen physischem und digitalem Raum vollzieht und sich vor dieser Entwicklung wohl niemand drücken kann.

 

Literatur:

Emch, S. (2015). Harte Zeiten für Modegeschäfte. Schweizer Radio und Fernsehen. Zugriff am 2. Dezember 2018 unter https://www.srf.ch/news/wirtschaft/harte-zeiten-fuer-modegeschaefte

Jung, K. (2018). Personalisierte Werbung: Vor- und Nachteile für Ihr Unternehmen. clicks. Zugriff am 4. Dezember 2018 unter https://www.clicks.de/blog/personalisierte-werbung-vor-und-nachteile-fuer-ihr-unternehmen

Rehfeld, N. (2017). Vernetflixt. Spiegel Online. Zugriff am 3. Dezember 2018 unter http://www.spiegel.de/kultur/kino/video-on-demand-stirbt-das-kino-den-tod-durch-ungeduld-a-1143710.html

Abbildung:

#EOA17 (2016), https://einfach-online-arbeiten.de/alle-reden-von-digitalisierung-wir-machen-das/, (Zugriff am 03.12.2018).

 

Autoren: Noe Balsiger und Daniel Barmettler

Digitale Globalisierung

Im Zentrum unseres digitalen Alltags steht das Mobiltelefon. Mittlerweile ist das Smartphone so verbreitet, dass fast jeder Alltag mit dem Handy verwaltet wird. Kalender-Apps mit integrierter Notification-Funktion oder Kommunikations-Apps wie Whatsapp haben den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt verändert. Das Smartphone verbindet etliche Funktionen in einem Gerät, sogar der Wecker wird durch das Handy ersetzt. Neben den vielen Organisationsmöglichkeiten, die das Smartphone bietet, gibt es auch unzählige Unterhaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise öffnen wir am Morgen sehr oft Unterhaltungs-Apps wie 9gag oder Youtube, oder lesen Zeitungsartikel online im Bund oder auf 20 Minuten. Solche Apps verfügen über eine Comment-Sektion, welche erlaubt, mit Menschen in der ganzen Welt zu kommunizieren. Nicht nur Unterhaltung, sondern auch E-Mail-Apps oder Social Media Programme eröffnen uns einen neuen Raum, in der physische Distanz keine Rolle mehr spielt. Es entsteht ein neuer digital vernetzter Raum, der den ganzen Globus umfasst. Die Globalität wird nicht durch das Smartphone gemacht, sondern durch die vielen Apps und Programme, auf die man zugreifen kann. Das Smartphone ist also unser Portal zur globalen Welt. Trotz der kleinen Erscheinungsform eröffnet es uns einen riesigen digitalen Raum.

Unser Tages-Protokoll hat gezeigt, dass aber nicht nur das Smartphone diesen Zugang zum globalen Raum eröffnet. Oft starten wird nach Feierabend den PC und vergnügen uns mit Computerspielen. Dabei ist man entgegen der Vorurteile meist gar nicht isoliert. Im Gegenteil, Games wie zum Beispiel League of Legends spielt man online. Entweder man spielt mit Freunden oder man wird zufällig mit anderen Spielern aus der ganzen Welt zusammengewürfelt. Die integrierte Chat- oder Voice-Chat-Funktion ermöglicht es mit anderen Spieler/innen zu kommunizieren und es können dadurch sogar neue Freundschaften entstehen. League of Legends ist eines der bekanntesten Video-Spiele der Welt. Tausende verfolgen über Streaming Portale wie Twitch die jährliche Weltmeisterschaft. Mittlerweile gibt es auch viele Diskussionsforen, wo sich Spieler/innen austauschen können. Auch hier betreten wir also eine neue global vernetzte Welt.
Innerhalb vieler Online-Computerspiele gibt es Clans und Gruppierungen. Die Aufnahme in solche Clans findet meist durch Kategorien innerhalb des Spiels statt. So gibt es beispielsweise ein Ranking System, mit welcher diese Clans ihre Mitglieder auswählen. Für die Aufnahme in einen Clan mit «guten» Spieler/innen muss man also selber einen gewissen Platz in diesem Ranking erreichen. Durch diese Hierarchisierung entstehen also Räume, die nicht für alle zugänglich sind.
Es entsteht ein neuer virtueller Raum in dem sich die Spieler/innen beweisen können. Die Anerkennung und der Erfolg, der hier zu holen ist, steht allerdings globaler Konkurrenz gegenüber.

Durch die Erfindung des Internets als Grundbaustein all dieser Innovationen entsteht eine digitale Globalisierung. Es wird ein Raum geschaffen, in der physische Distanz überhaupt nicht mehr zurückgelegt werden muss. Und genau dieser virtuelle Raum beeinflusst fast alle Menschen auf der Welt. Dadurch entstehen neue Machtverhältnisse. Denn wer Macht über gewisse Teilbereiche des digitalen Raumes hat, hat auch Macht über die Nutzer/innen dieser Bereiche. Mit dem Bedeutungszuwachs des Smartphones im Alltag, wird diese Machtbeziehung nur deutlicher.

Digitale Geographien

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Am Morgen werde ich vom Wecker meines Smartphones geweckt und sehe diverse Push-Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm. Beim Frühstück werden Online-News und mein synchronisierter Kalender gecheckt. Ich bin spät dran und kontrolliere den Fahrplan im SBB-App. Im Bus zur Universität streame ich eine Playlist über Spotify und töte die Langeweile mit Whatsapp Nachrichten und einem Blick in meinen Instagram Newsfeed. An der Universität downloade ich die aktuelle PowerPoint von Ilias, chatte und scrolle auf Facebook und erhalte kurz vor Mittag eine Benachrichtigung von meiner Garmin-Sportuhr über die Aktivität eines Freundes. Nach der Vorlesung speichere ich meine Notizen in die eigenen OneDrive Cloud-Ordner.

Typische Beispiele für Räume, welche online statt offline besucht werden, sind Nachrichten per App statt per Print Zeitung, digitale statt analoge Kalender, Online Fahrpläne statt den analogen so wie gestreamte Musik statt der gekauften CD. Weiter gäbe es zum Cloudspeicher und Filesharing auch analoge, aber materielle oder ortsgebundene Alternativen.
Durch die Nutzung von Whatsapp-Gruppen entstehen neue Gemeinschaften, welche sich so im analogen Leben eventuell nie geformt hätten wie beispielsweise einem Gruppenchat mit allen Geographie Studentinnen und Studenten eines Jahrgangs. Es entstehen neue Räume für Diskussionen und Informationsplattformen in einer digitalen Form. Das Erstellen und Nutzen von riesigen Streaming Diensten ermöglicht einen digitalen Raum einer gigantischen Medienbibliothek, welche zur Konkurrenz oder Auslöschung von herkömmlichen Plattenläden oder zu Einnahmeeinbussen bei Kinokassen führt. Durch das Online Shopping ändert sich auch das Einkaufsverhalten, Laden-Standorte verlieren an Wert und werden kaum noch aufgesucht und Arbeitsplätze für Detailhandelangestellte verändern sich oder verschwinden vollständig. Als Spuren hinterlassen wir genau Statistiken über unser Konsumverhalten, unseren Standort, sowie diverse weitere private Angaben und generieren eine grosse Datenbank. Diese können von Firmen ausgewertet, weiterverkauft und für individualisierte und zielgerichtete Werbung gebraucht werden.

Aus technischen Innovationen resultieren Smartphones und Soziale Medien, welche eine neuartige Ausgangslage für den Umgang mit Privatsphäre generieren. Durch das Such- und Konsumverhalten in den digitalen Medien gibt man viele ungehemmte Details wie seine Wünsche, Einstellungen, Aktivitäten, Interessen und Konflikte preis, sei das bei der Suche nach einem Restaurant, beim Pornokonsum auf einer Website oder beim Verwenden der Standortfreigabe. Dies sind Beispiele, bei welchen vor allem die Betreiber der App oder Website intime Einblicke in das Privatleben der Nutzer bekommen. Genauso verändern sich auch die Grenzen der Privatsphäre gegenüber den Mitmenschen im sozialen Umfeld. So “verführen” Apps wie Snapchat viele Nutzer gerade dazu, private Dinge wie peinliche Aufnahmen oder intime Fotos, welche sie sonst nicht geteilt hätten, von sich oder auch von anderen preiszugeben. Dies geschieht nur wegen dem Anschein, dass die Inhalte ja nur kurz erscheinen und dadurch die Hemmschwelle sinkt. Die Auswirkungen dieser Verschiebung sind nicht nur auf digitaler Ebene spürbar. Es kommt auch dazu, dass man sich im realen Leben gegenüber einer Person, aufgrund ihrer Darstellung auf den sozialen Medien, anders verhält. Die Spuren von digitalem und realem Leben vermischen sich kontinuierlich und die Kontrolle über die Zugangsmöglichkeiten und Einsicht in die Privatsphäre geht sehr schnell verloren.

Bildquelle

Herder, Anne (o.J.): Digitalisierung: Fluch oder Segen? Web, (o.J.), in: https://www.pfalz-echo.de/digitalisierung-fluch-oder-segen/ (Zugriff: 5.12.2018)

Bedeutung digitaler Räume im Alltag

Das Protokoll unserer digitalen Aktivitäten hat uns vor Augen geführt, wie stark unser Alltag digitalisiert ist. Nur schon am Handy haben wir bis zu zwei Stunden am Tag verbracht. Das Handy ersetzt zahlreiche Nutzungen während eines Tages, wie zum Beispiel Wecker, MP3-Player, Taschenrechner und Küchenuhr. Ebenso ist mit einem Smartphone das Internet verfügbar und so haben wir es auch als Kochbuch und Wörterbuch gebraucht. Weiter gibt es auch noch Apps wie soziale Netzwerke, die keiner Offline-Beschäftigung direkt entsprechen.
Insbesondere durch ihre Internetverbindung sind Handy heute sehr vielseitig einsetzbar und deshalb ein wesentlicher Teil unseres Alltags. Nicht nur mit dem Handy, sondern auch mit anderen Geräten verbringen wir Zeit in digitalen Räumen. Weitere Räume die wir online statt offline betreten haben, sind Online-Shops statt Läden, E-Banking statt einer Bank-/Postfiliale, Recherche-Datenbanken statt Bibliotheken oder Film-Streaming statt ein Kino. Wir haben auch über das Internet Fernsehen geschaut und Radio gehört. Das ermöglicht zusätzliche Funktionen im Vergleich zu konventionellem Radio und Fernsehen. So kann man frei entscheiden was man konsumiert, weil man Sender aus aller Welt wählen kann, und wann man es konsumiert, weil es die Sendungen auch als Podcast gibt.
Dabei hinterlassen wir fortwährend Informationen über uns im Internet, wie wen wir kennen (z.B. WhatsApp), was wir gerne haben (z.B. Facebook), mit was wir uns beschäftigen (z.B. Google) oder wo wir uns befinden (z.B. GPS oder netzwerkbasierter Standort). Diese Daten sind wir Nutzer bereit zu geben, damit wir diese Dienste gratis nutzen können. So haben wir während unserem Protokoll zum Beispiel auch Threema benutzt, ein verschlüsselter Messaging-Dienst, aber das stellte mehr einen Zusatz als eine Alternative zu WhatsApp dar, weil die App nicht von vielen genutzt wird.
Eine Frage, die wir vertiefter reflektieren möchten, ist die Frage nach der Bedeutungsverschiebung von Raum und Zeit durch die Digitalisierung. Insbesondere durch das Handy ist man von der ganzen Welt her erreichbar und man kann digitale Räume betreten, die sich analog weit weg befinden würden. Dadurch spielt Distanz immer weniger eine Rolle. Gleichzeitig erhält auch Nähe eine ganz andere Bedeutung, weil man mit Leuten weltweit chatten kann, anstatt sich mit dem Gegenüber zu unterhalten. Zudem wird das Handy (insbesondere soziale Netzwerke) benutzt um Zeit zu füllen. Den Samstagabend hat jemand von uns an zwei verschiedenen Orten verbracht. Erst in einer Turnhalle, wo viele zwischendurch das Handy angeschaut haben und nachher in einem Bunker ohne Empfang, wo alle das Handy in der Tasche liessen. Mit Empfang, dem Normalfall, rückt der analoge Raum in den Hintergrund und der digitale gewinnt an Wichtigkeit. Regelmässig schaut man auf das Handy, in der Angst etwas zu verpassen, aber dass man dadurch etwas vom Analogen verpasst, wird vernachlässigt. Das Nahe rückt in die Ferne, während das Ferne in die Nähe rückt. Unserer Meinung nach bringt dieser Zugang zu digitalen Räumen auch eine veränderte Wahrnehmung von Zeit mit sich. Es gibt weniger langweiligen Momente, weil man in diesem Fall einfach einen digitalen Raum betreten kann. Besteht diese Möglichkeit einmal nicht, wird dies umso stärker wahrgenommen.

Soziale Medien – Eine virtuelle Parallelwelt

Digitales Protokoll

Anhand unserer digitalen Protokolle stellen wir fest, dass wir sehr viel Zeit auf Sozialen Medien, sei dies WhatsApp, Snapchat, Instagram oder Facebook, verbringen. Dadurch entsteht ein virtueller Raum der Konversation, durch welchen Gespräche geführt werden können, ohne seinem Gesprächspartner physisch gegenüber zu stehen.  Mit der Hilfe von Emojis können Gefühle und Emotionen ausgedrückt werden. Durch Telefongespräche und Sprachnachrichten kann die Möglichkeit der Gefühlsübermittlung erweitert werden. Es können jedoch auch Gefühle verborgen, oder das Gegenüber getäuscht werden. Dies muss nicht zwingend willentlich geschehen, denn Nachrichten können ganz einfach falsch interpretiert werden. Dieses Risiko besteht bei der «Face to Face» Konversation, bei der alle Diskussionspartner physisch anwesend sind, weniger. Durch das Fehlen der physischen Nähe können also Missverständnisse entstehen. Andererseits ermöglicht uns der virtuelle Raum eine schnellere Kommunikation, da nicht Zeit gefunden werden muss, sich physisch zu treffen, um sich miteinander zu unterhalten. Ein anderer Aspekt der virtuellen Kommunikation ist die Tatsache, dass sie die Möglichkeit schafft sich mit Personen zu unterhalten, bei welchen es auf Grund geographischer Distanz nicht möglich ist sich gegenüber zu stehen. Es wird ein globaler, virtueller Raum der Konversation und des Austausches geschaffen. Somit führt die Digitalisierung in Form von online Konversation zu einer physischen Distanz. Gleichzeitig kann jedoch auch Nähe suggeriert werden, da die Möglichkeit besteht, sich über weite Distanzen und zu jeder Zeit unterhalten zu können.

Ein anderes wichtiges Thema im Umgang mit den sozialen Medien ist, unserer Meinung nach, die Privatsphäre. Wir haben ein kleines Gedankenexperiment gemacht, indem wir uns vorstellten, im Zug zu sitzen und Jemanden fremdes anzusprechen. Während sich die Diskussion weiterentwickelt, beginnen wir plötzlich persönliche Fotos, Meinungen und Erlebnisse mit dieser Person zu teilen. Was im realen Leben etwas skurril wirkt, ist auf den sozialen Medien zur Normalität geworden. Es werden knappe Bikinibilder vom letzten Urlaub, politische Meinungen und intime, persönliche Erlebnisse öffentlich gepostet und somit für alle zugänglich gemacht. So besteht für uns ein klarer Unterscheid der sozial-akzeptierten Normen zwischen den realen und virtuellen Räumen. Denn einer fremden Person im Zug ein knappes Bikinibild zu zeigen scheint eher unangemessen, jedoch ist es auf den sozialen Medien ein effizienter Weg um eine grosse Anzahl an «Likes» zu erhalten, was als ultimatives Statussymbol gilt. Die sozialen Medien scheinen also eine Art «Parallelwelt» zu sein, die es ermöglicht, in kurzer Zeit viele Menschen zu erreichen. Diese Parallelwelt scheint auf verschiedenen Ebenen persönlich und unpersönlich zugleich zu sein. So wirkt die indirekte Kommunikation hinter einem Bildschirm eher unpersönlich, gleichzeitig jedoch scheint ein Kult des unbekümmerten Veröffentlichens von privaten Informationen zu herrschen.

Schlussendlich muss jede Person für sich selbst entscheiden, wie wichtig ihre Privatsphäre ist und was sie auf den sozialen Meiden und dadurch mit der ganzen Welt teilen möchte.

 

(Elias Frey, Ladina Gaudy)

 

Spuren im Netz

«Haben uns verirrt, kommen aber gut voran» (DeMarco 2001: 4)

Nach dem Aufstehen, informierten wir uns beide über das Wetter und haben unsere Nachrichten bei WhatsApp gelesen. Währenddem wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, haben wir die sozialen Medien (Instagram, Facebook und Snapchat) besucht und online Musik (Spotify und YouTube) gehört. In der Uni haben wir hauptsächlich von Ilias Dateien heruntergeladen und unbekannte Begriffe auf Google nachgeschlagen. Zwischendurch kontrollierten wir immer wieder unsere Nachrichten auf WhatsApp und konsultierten unsere Mails. Während dem Tag hat sich unser Medienkonsum in Grenzen gehalten und am Abend hat er sich etwas gesteigert. So zum Beispiel durch Netflix und Wilmaa, wo wir online Filme und Serien gestreamt haben, und wir nahmen uns mehr Zeit für die sozialen Medien. Um die sozialen Kontakte zu pflegen schrieben wir noch WhatsApp und SMS. Vor dem Schlafengehen kommunizierten wir zum letzten Mal über WhatsApp und erkundigen uns über das Wetter des nächsten Tages.

Anhand vom Protokoll, haben wir bemerkt, dass die digitalen Mittel unseren Alltag stark beeinflussen. Das Handy liegt beispielsweise auf dem Tisch oder ist immer Reichweite, damit wir erreichbar sind überall und zu jeder Zeit. Oft konsumieren wir beide Güter online, hauptsächlich Kleider auf Zalando, wobei wir am Protokolltag diese Seite nicht besucht haben. Bei Online-Shopping ist der Einkauf mit ein paar Mausklicken getätigt, offline hingegen müsste man zuerst in die Stadt gelangen und die verschiedenen Kleidergeschäfte nach dem gesuchten Artikel durchsuchen. Im Netz gibt es alles auf nur einer Seite. Somit wird der wirtschaftliche Raum in die digitale Welt verlagert. Durch WhatsApp ist die gegenseitige Kommunikation erleichtert und dadurch werden soziale Kontakt über weite Distanzen hinaus gepflegt. Damit werden die sozialen Beziehungen digital aufrechterhalten. Uns ist aufgefallen, dass sich digitalen Räume an uns anpassen. Spotify beispielsweise schlägt Lieder vor, die einem gefallen würden und auch YouTube sagt, was man als Nächstes schauen könnte. Es steckt also irgendein Algorithmus dahinter, welcher unsere Schritte im Internet verfolgt und speichert. Auch Werbungen sind auf uns abgeschnitten, anhand von Informationen, die vorher gespeichert wurden. Durch den ständig Internetzugang sind wir mit einer beinahe unendlich grossen Menge an Wissen und Informationen konfrontiert, welche wir überall abrufen können. Einerseits ist das ein Vorteil, aufgrund des schnellen und einfachen Gebrauchs von Suchmaschinen wie Google, andererseits ist es schwierig diese grosse Datenmenge auf ihre Glaubwürdigkeit und Brauchbarkeit zu prüfen.

Zum einen werden die Zeit und Distanz kleiner, weil wir global vernetzt sind. Digitale Nachrichten werden innerhalb von wenigen Sekunden auf dem ganzen Globus versendet, während Briefe noch viele Tage unterwegs sind, bis sie den Empfänger erreichen. Zum anderen führt es zu einer Vereinsamung, da Kontakte nicht über Face-to-Face-Kommunikation, sondern über einen Bildschirm gepflegt werden. Durch die ganze Verlinkung im Netz geben wir viel über unser Privatleben preis, was uns oftmals gar nicht bewusst ist, aber ein grosser Eingriff in unsere Privatsphäre darstellt. Das stimmt uns nachdenklich, wie es um die Sicherheit der eigenen Daten steht und in welchem Masse man es überhaupt individuell beeinflussen kann.

Autoren: Vanessa Wyer und Adriana Holzer

Quellen

DeMarco, Tom (2001): Projektmanagement jenseits von Burn-out, Stress und Effizienswahn. München: Hanser Verlag

Digitalisierung

Unser heutiges Zeitalter ist durch Digitalisierung, Automatisierung und durch moderne Kommunikationstechnologie sehr geprägt. Digitalisierung spielt in verschiedenen Bereichen des Lebens wie Arbeit, Business, Einkaufen, Unterhaltung, Bildung, Bewerbungsprozesse, Reisen, Sport und beim Pflegen der Beziehungen eine entscheidende Rolle. Es gibt viele Vor- und Nachteile, die die Digitalisierung mit sich bringt. In folgenden werden einige dieser Auswirkungen erläutert.

Durch die Digitalisierung kann man heutzutage mehr als 10 Orte pro Tag digital besuchen. Es gibt verschiedene Chats, Foren, Blogs und Apps, die man täglich gezielt besucht, und andere, die man vermeidet, entweder weil sie illegal oder einfach für einen nicht Interessant sind. Schon wenn man am Morgen aufsteht, checkt man als erstes die Whatsapp Nachrichten, E-mails, Snapchat, Instagram und Facebook um auf den neuesten Stand zu sein. Ein kurzer Blick auf dieWetter-App und schon kann man sich mit Spotify-Musik im Hintergrund vorbereiten. Mit der SBB-App wird noch überprüft ob auf der Hinreise irgendwelche Probleme zu erwarten sind. Kaum an der Uni angekommen verwendet man unzählige Apps und Software auf dem PC. Die Vorlesungen können durch das Netz der Universität heruntergeladen werden und einige verfügen sogar über einen Podcast, sodass die Studierenden nicht unbedingt im Vorlesungsraum sein müssen. Es ist heute nicht mehr notwendig, dass man physisch an einem Ort anwesend ist. Man kann durch die “neuen” Technologien virtuell überall in der Welt sein, ohne sich wirklich zu bewegen.

Der Fortschritt der Technologie hat sogar die Zeitunabhängige Erledigung verschiedener Funktionen ermöglicht. Diese Verminderung der Bedeutung von räumlichen und zeitlichen Abhängigkeiten ist vor allem für den Wirtschaftswachstum sowie auch für die Forschung sehr wichtig.

Der Zugang zu Wissen und Informationen ist einfach für alle Personen, welche die notwendigen Geräte besitzen. Eine mögliche Begrenzung der Digitalisierung könnte sein, dass nicht alle Menschen Zugang zur digitalen Welt haben. Um diese beitreten zu können, braucht man ein physisches Gerät, wie beispielsweise einen Personal Computer oder ein Smartphone, und eine Verbindung zum Internet-Netz. In verschiedene Entwicklungsländer ist dies noch keine Selbstverständlichkeit wie in den Industrieländern. Trotz dieser Beschränkung sind viele wissenschaftliche Artikel, Berichte und Videomaterialien für eine grosse Anzahl an Personen innerhalb von wenigen Minuten zugänglich. Auch die Aktualität verschiedensten Ereignisse kann durch Live-Streams der News-Agenturen verfolgt werden, und man kann fast gleichzeitig wissen, was auf der anderen Seite der Welt geschehen ist.

Wie fast immer gibt es auch eine Kehrseite. Heutzutage ist der Umgang mit Privatsphären sehr kritisch. Es gibt unglaublich viele Datenbanken, Unternehmen aber auch Staaten, die ständig Informationen über Personen sammeln. Es ist aber nicht immer klar, für welche Zwecke diese Daten verwendet werden. Natürlich kann man einige Einstellungen vornehmen, um sich zu schützen, aber es gibt immer wieder neue Wege, über eine Person Daten zu sammeln. Darunter leidet die Privatsphäre sehr. Zum Teil ist man auch selbst verantwortlich für das, was man postet, denn wenn es einmal veröffentlicht ist, wird es sehr schwierig seine Spuren rückgängig zu machen.

OnlineOffline – Können beide noch getrennt werden?

29.11 Protokollausschnitt

Unsere Diskussion hat ergeben, dass wir die Online- und Offline-Welten nicht als zwei getrennte, sondern als vernetzte und sich gegenseitig beeinflussende Räume betrachten. Wir benutzen Google Maps, um ortsgebundene Termine abzumachen. Wir lesen die Wettervorhersage, um die Kleidung anzupassen. Wir nutzen Fahrplandienste, um von A nach B zu kommen und  wir shoppen bequem vom Sofa aus unsere Kleidung. Mit dem Aufkommen von Social Media entstand eine neue Art des Lebens und der Kultur. Influencer als Traumberuf und möglichst viele Follower zu haben sind neue Werte der Gesellschaft. Da diese Räume jedoch nicht getrennt sind, ergeben sich Wechselwirkungen, welche am Beispiel von Whatsapp gezeigt werden soll.

Whatsapp nutzen wir, um Termine abzumachen, also um uns räumlich mit anderen Menschen zu treffen. Da hat das Online einen konkreten Raumbezug: es ermöglicht uns, Leute an einem gewissen Ort zu treffen. Ein Andermal ist es nur ein Tool, um Fernbeziehungen zu pflegen, welche aufgrund der Distanz, offline nicht stattfinden können. Ohne diese räumliche Distanz würden wir uns treffen und kaum Whatsapp benutzen. Das “reale” Leben (Freundschaften pflegen) und seine räumliche Zusammensetzung (Auslandssemester und Distanz) beeinflusst unsere Online-Nutzung. Diese App ist damit eine Art Ersatz der “Realität”, die es uns ermöglicht, unsere Beziehungen online statt offline zu pflegen.

Was wir auch feststellen konnten ist, dass es vielen einfacher fällt ein emotionales oder “schwieriges” Thema online anzusprechen. Jedoch waren wir uns einig, dass es angenehmer ist, wichtige Gespräche offline zu führen. Offline kann direkt auf das Gegenüber eingegangen werden um Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Wir stimmten überein, Dies zeigt, dass wir uns online und offline anders verhalten, obwohl die Räume nicht mehr trennbar sind.

Darauf haben wir uns überlegt, ob es gewisse Dinge gibt, die ausschließlich offline erledigt werden. Einig waren wir uns beim Lebensmitteleinkauf. Für uns ist es wichtig, dass wir die Produkte sehen und fühlen können. Es ist für uns eine Tätigkeit, welche im “realen” Raum stattfinden muss.

Ausserdem haben wir durch den einfachen und allzeit zugänglichen Einlass in den “Raum Internet”, die Möglichkeit zu jeder Zeit eine Vielzahl an Informationen abzurufen. Zum Beispiel wenn eine Meinungsverschiedenheit entsteht, kann sofort gegoogelt werden, wer im Recht ist. Dabei vergessen viele, dass Mensch jedes mal seine Spuren im Netz hinterlässt. Diese hinterlassenen Daten werden dann für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte verkauft. Wir waren erstaunt, wie uns Google einschätzt. In der Abbildung ist zu sehen, welche Daten Google nutzt, um Werbung zu personalisieren.

google1google2Wenn Google so viel über uns weiss, sind wir selbst auch online-Menschen geworden? Wo hört das Online auf, wo fängt das Offline an? Die Grenzen sind mittlerweile so verwischt, dass diese Trennung nicht mehr möglich ist. Distanz ist irrelevant geworden. Wir haben die Möglichkeit, zu jeder Zeit mit Menschen aus der ganzen Welt zu kommunizieren oder Dinge aus Asien zu bestellen, welche wenige Wochen später bei uns ankommen. Mit einem Mausklick steht uns die ganze Welt offen.

Bildquelle: Ads Settings, Google <https://adssettings.google.com/u/0/authenticated>, Zugriff am 04.12.18